Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert. ~ Nelson Mandela



[Rezension] Ardagh: Eddie Dickens 5 - Abscheuliche Angewohnheiten (Hörbuch)

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2 Kommentare

Abscheuliche Angewohnheiten

Horrendous Habits
von Philip Ardagh
aus dem Englischen von Harry Rowohlt
gelesen von Harry Rowohlt
Verlag: cbj
Preis: 5,95 € (Taschenbuch) | 9,95 € (Hörbuch)
157 Seiten | 239 Minuten (ungekürzte Lesung)

Inhalt: 
Der fünfte Band der Eddie-Dickens-Trilogie oder Buch zwei der Weiteren Abenteuer von Eddie Dickens: die abscheulichen Angewohnheiten der völlig verrückten Familie Dickens, die von Schornsteine-auf-Leute-Schubsen bis Wiesel-auf-den-Hinterkopf-Hauen reichen. In dem neuesten Abenteuer wird  von einem Findelkind, einem völlig platten Mr Dickens, dem warzennasigen Abt Po und einer nach wie vor wiesel-schlagfertigen Noch Wahnsinnigeren Tante Maud die Rede sein ... (cbj)

Woher hab ich das Buch?
Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich das Hörbuch mal geschenkt bekommen hab oder es mir sogar selbst gekauft hab. Das Buch gehört meiner Schwester.

Meine Lesegeschwindigkeit:
Ich wollte es endlich mal fertig haben und hab es jetzt in zwei Tagen gehört und gelesen.

Mein Hör- und Leseerlebnis:
Wie ich oben bereits indirekt erwähnt hab, hab ich dieses Hörbuch schon eine gefühlte Ewigkeit. Mit Hörbüchern hab ich aber so meine Probleme. Meistens höre ich ein paar Minuten zu und schweife irgendwann mit den Gedanken ab. Und wenn man alle paar Minuten wieder zurückspulen muss, macht es einfach keinen Spaß. Also lag das Hörbuch sehr lange bei mir rum. Meine Schwester Mila hat sich schließlich vor ein paar Wochen das Buch dazu bestellt, was ich unbedingt lesen wollte, weil mir das Hörbuch eigentlich total gut gefällt. Als es endlich geliefert wurde, hab ich mich wild darauf gestürzt und bemerkt, mir fehlt die Stimme von Harry Rowohlt. So, da saß ich nun mit meinem Problem: Das Buch ist supergenial und ich kann es weder anhören noch lesen.

Gestern hab ich es nochmal versucht, das Hörbuch anzuhören, und währenddessen mein Zimmer aufgeräumt und Mila am Laptop spielen lassen. Solange ich eine manuelle Beschäftigung hatte, bei der ich nicht denken muss, hat das Zuhören gut funktioniert. Aber irgendwann war mein Zimmer aufgeräumt und ich hab beim besten Willen nichts mehr gefunden. Also hab ich mir kurzerhand Milas Buch geschnappt und stereo gehört und gelesen. (Weil ich schneller gelesen hab als der Vorleser, musste ich die unteren Zeilen immer zudecken, damit ich nicht vor Mila lache :D)

Meine Meinung:
Für diese Trilogie braucht man Humor. Wer diesen hat, kann aber nicht mehr aufhören zu lachen. Besonders beim Hörbuch.

Auf die Handlung will ich gar nicht eingehen, diese ist eigentlich nur die Nebensache. Im Vordergrund steht die Familie Dickens mit dem Wahnsinnigen Onkel Jack (auch WOJ - "Weh Oh Jott" - genannt), mit der Noch Wahnsinnigeren Tante Maud (NWTM), Mr und Mrs Dickens und dem - im Gegensatz zu seiner Familie - total normalen Eddie, der Sohn von Mr und Mrs Dickens. Ach ja, und nicht zu vergessen: Malcom, das ausgestopfte Wiesel der Noch Wahnsinnigeren Tante Maud.

Der Wahnsinnige Onkel Jack hatte die Angewohnheit, alles mit Trockenfisch zu bezahlen, den die am Ort ansässigen Händler, Ladenbesitzer und Lieferanten dann zusammen mit einer Rechnung in Packpapier einpackten und nach Schlimmes Ende (das Haus der Familie Dickens) zurückschickten, von wo aus ihnen Mr Dickens richtiges Geld für ihre Waren und Dienste schickte. Er bewahrte den Trockenfisch in einem Schrank auf (damit für seinen Onkel immer was zum Zahlen im Hause war) und Packpapier und Bindfaden verwahrte er in den Schubladen seines Schreibtischs im Arbeitszimmer. (Seite 62)

Okay, dieses Zitat ist nicht das Beste, aber ich finde einfach kein besseres. Eine Stelle, die mir wörtlich im Kopf geblieben ist, ist die mit der Brücke aus Suppe, allerdings finde ich sie geschrieben nicht so toll, wie wenn Harry Rowohlt sie liest. Oder die Stelle mit dem Kinderreim, in dem eine Verletzung mit Packpapier und Essig ("Ässssig") behandelt wird.

Bleiben wir doch gleich mal bei Harry Rowohlt. Er hat die Eddie-Dickens-Trilogie sowohl übersetzt als auch vorgelesen. Die Übersetzung ist der Hammer. In dem Buch kommt so viel Schmarrn vor, teilweise gibt es die Wörter nicht mal und Harry Rowohlt musste sich neue deutsche Wörter ausdenken, wie z.B. das Grenzschlagen. Manche Stellen hören sich an, wie in der Originalsprache (vom Inhaltlichen), sodass ich mir dachte, da wüsste ich gerne, wie das Original lautet. Nur um zu sehen, was Harry Rowohlt an der Stelle wohl gearbeitet hat. Wahrscheinlich wird es darauf hinauflaufen, dass ich die englische Ausgabe auch noch irgendwann lesen werde.

Auch die Lesung ist absoluter Wahnsinn. Jetzt, beim Schreiben dieser Rezension, schlage ich immer wieder Stellen nach und immer hab ich seine Stimme im Ohr mit den gleichen Betonungen und allem. Ich hab keine Ahnung, ob das wirklich so ist, aber ich hab das Gefühl, dass es ohne diese Stimme nur halb so lustig wäre.

Oft meldet sich der Autor Philip Ardagh zu Wort. Einmal schreibt er etwas zu seiner Erzählweise, ein anderes Mal verweist er auf die anderen Bände dieser Trilogie oder lässt sogar seine Figuren über sich reden:
""Was hatte es dann in meinem Teig zu suchen?" (sagte die NWTM.)
"Du meinst Teich", berichtigte Eddie sie so höflich wie möglich.
"Und Teich hat sie auch gesagt", sagte Eddies Vater, Mr Dickens, der plötzlich neben ihr aufgetaucht war. "Die Sache mit dem Teig war ein Tippfehler. Manchmal schlampt Mr Ardagh ein bisschen. Einige Leser haben sich sogar schon beschwert." 
Eddie hatte nicht den blassesten Schimmer einer Ahnung, wovon sein Vater sprach." (Seite 15)

An einigen Stellen ist das Hörbuch anders als das Buch. Im Buch gibt es Illustrationen, die im Text mit einbezogen sind. Für das Hörbuch musste Harry Rowohlt sich dann etwas anderes einfallen lassen. Wenn man nicht wie ich stereo liest und hört, fällt das aber gar nicht auf.

Es ist gar nicht wichtig, dass "Abscheuliche Angewohnheiten" schon der fünfte Band ist. Die Vorgängerbände hab ich selber noch nicht gelesen oder gehört und konnte der Handlung sehr gut folgen. Es sind alles einzelne Bände mit den gleichen Personen. Manchmal kommen neue Personen hinzu, die aber dann neu vorgestellt werden. Oder der Name verändert sich, wie z.B. bei der Noch Wahnsinnigeren Tante Maud, die am Anfang der Trilogie noch die Wahnsinnige Tante Maud war. Wegen den Ereignissen wurde sie dann noch wahnsinniger.

"Ein Götterfunke skurrilen Humors." Deutschlandfunk
Dem ist nichts hinzuzufügen. 

Alle Bände auf einen Blick:
1. Schlimmes Ende
2. Furcht erregende Darbietungen
3. Schlechte Nachrichten
4. Unliebsame Überraschungen
5. Abscheuliche Angewohnheiten
6. Allerletzter Akt

Kommentare:

  1. Malcom, das ausgestopfte Wiesel der Noch wahnsinnigeren Tante Maud, oder hieß es Sally?.....

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