Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert. ~ Nelson Mandela



[Rezension] Gier: In Wahrheit wird viel mehr gelogen

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Gib deinen Senf dazu!

In Wahrheit wird viel mehr gelogen

von Kerstin Gier
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 8,99 €
272 Seiten

""Und warum haben Sie sich in ihn verliebt?"
"Weil er der erste Mann war, der keine Angst vor mir hatte."" Seite 26

Inhalt: 
Carolin ist sechsundzwanzig und gerade verwitwet. Der Streit ums Erbe, bei dem auch ihr Exfreund beteiligt ist, macht ihr das Wieder-Ins-Leben-Finden nicht einfach. Wenigstens spielt ihr hoher IQ jetzt keine Rolle, im Gegensatz zu der Zeit vor ihrer Hochzeit. Diese Zeit war nicht einfach, aber jetzt ist sie auch nicht besser. Aber irgendwie muss es weitergehen...

Woher hab ich das Buch?
Meine Schwester hat es sich aus der Bücherei ausgeliehen und an mich weitergegeben.

Meine Lesegeschwindigkeit:
Bei unserem heutigen Ausflug hab ich es während der Zugfahrt komplett gelesen.
 
Meine Meinung:
Schon im ersten Kapitel bin ich nicht mehr aus dem Lachen rausgekommen, obwohl Carolins Situation alles andere als zum Lachen war. Aber ihr Sarkasmus ist unbezahlbar:

""Sind sie hingefallen?" 
Aber nein. Ich liege hier einfach nur so auf dem Bürgersteig rum und schaue mir die Sterne an." Seite 9

Carolin spielt super Klavier und Mandoline, spricht fünf Sprachen und kann Kompliziertes einfach im Kopf rechnen. Weil sie in der Schule schon immer als freakig abgestempelt wurde und nie wirklich Freunde hatte, verbirgt sie einfach ihre hohe Intelligenz. Das war zwar schon lang, bevor das Buch spielt, sagt aber (finde ich) viel über sie aus. Nach dem Tod ihres Mannes zieht das Leben nur so an ihr vorbei. Sie darf bei ihrer Schwester unterkommen, kommt aber aus ihrer Trauer nicht raus. Doch wie sagt man so schön: Die Zeit heilt alle Wunden. Stimmt vielleicht nicht ganz, aber mit der Zeit lernt man, mit diesen Wunden zu leben.

Das Buch ist in der Ich-Form aus Carolins Sicht geschrieben. Die anderen Personen sind alle gleich wichtig, deshalb werde ich keine von ihnen näher beschreiben. Weil sie eben aus Carolins Sicht und daher sehr subjektiv geschildert waren, konnte ich mich mit ihren Freunden auch anfreunden und ihre "Feinde" waren mir auch nicht sympathisch. Ich war mir nur nie so ganz sicher, was genau ihr Mann Karl so getrieben hat, ob ich ihn mögen sollte oder nicht. Aber es kamen nur einige Stellen (Erinnerungen) vor, in denen er noch gelebt hat.

Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat einer berühmten Person oder mit einer Redewendung. Manchmal ist dieses Zitat noch kommentiert, aber nicht immer.

""Man trifft sich immer zweimal im Leben!" Blöde Redensart, die aber leider zutrifft. Und man hat noch Glück, wenn es bei den zwei Malen bleibt." Seite 37

Nur das Ende hat mir nicht gefallen. Inhaltlich finde ich es super, aber die Geschichte hätte schon noch ein bisschen weiter gehen können. Oder Kerstin Gier hätte einen Epilog hinhängen können, der ein, zwei oder fünf Jahre später spielt. So ist das Ende doch ziemlich offen, auch wenn man sich denken kann, wie es weiter geht.

Beim Lesen findet man viele Gründe, um zu lachen, und viele Ideen, wie man seinen Alltag lustiger machen kann (z.B. auf blöde Fragen blöd antworten). Mit einer interessanten Protagonistin und genauso interessanten Nebenfiguren vertreibt Kerstin Gier wunderbar die Zeit.

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