Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert. ~ Nelson Mandela



4. Türchen: Seitensprung - Freundebücher

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4 Kommentare
Ein Buch ist eine mit einer Bindung und meistens auch mit Bucheinband (Umschlag) versehene Sammlung von bedruckten, beschriebenen, bemalten oder auch leeren Blättern aus Papier oder anderen geeigneten Materialien. Laut Unesco-Definition sind (für Statistiken) Bücher nichtperiodische Publikationen mit einem Umfang von 49 Seiten oder mehr.

So definiert Wikipedia ein Buch. Alles, was aus mehreren Seiten Papier besteht und irgendwie zusammenhängt. Vor kurzem bin ich wieder über eine Sammlung von Papier gestolpert: diese Sammlung besteht aus zartrosa, zartgelben, zartgrünen und zartblauen Seiten und viel Handschrift.
Es ist mein erstes Freundebuch. Ein Freundebuch von Prinzessin Lillifee. Ich hab es seit der ersten Klasse und mit den wenigsten bin ich noch befreundet. Es haben aber nicht nur Freunde reingeschrieben, meine halbe Verwandtschaft durfte sich dort verewigen.
In der fünften Klasse hat sich mein Freundeskreis total verändert. Neue Schule, neue Freunde. Neues Freundebuch. Ich hatte noch ein Poesiealbum übrig, mit dem ich bisher nichts anzufangen wusste. Aber jetzt.
Eine Freundin hat dann mal aus Versehen verkehrt herum reingeschrieben, jetzt kann man das Buch so rum oder so rum lesen :D

Seit mein Poesiealbum voll ist, hab ich niemanden mehr irgendwo reinschreiben lassen. Jetzt läuft ja alles online. Oder bin ich einfach zu alt für ein Freundebuch? Der Gedanke gefällt mir nicht. Vor allem, weil ich zurzeit in einer Phase bin, in der ich unglaublich viele neue Leute kennenlerne, mit denen ich mich super verstehe. Am Ende tauschen wir dann zwar Facebook-Kontaktdaten aus, aber das ist irgendwie nichts Greifbares.

Ich liebe es, mein Poesiealbum durchzublättern und mich an die wundervollen Menschen zu erinnern, mit denen ich mal befreundet war. Mit vielen ist es so, dass wir eigene Wege gegangen sind und uns immer weniger gesehen haben. Ich trauere diesen Freundschaften nicht nach, ich glaube, viele würden nicht mehr zu mir passen. Aber die Erinnerung ist trotzdem schön.

Aber mit den Leuten, die ich nur kurz kennenlerne, teile ich nur wenige Erinnerungen. Umso wichtiger ist es, dass sie festgehalten werden. Ich hab hier eh noch so viele Notizbücher rumliegen. Wenn ich zukünftig irgendwo hinfahre, wo Gefahr besteht, dass ich coole Leute kennenlerne, nehm ich eins von diesen Notizbüchern mit. Jedem mit dem ich mich länger als 15 Minuten unterhalte, darf sich dann verewigen. Und sei es nur mit einer kleinen Zeichnung, einem lieben Satz oder ähnliches. Wenn ich dann mal zuhause bin und in Erinnerungen schwelgen möchte, kann ich das Büchlein rausholen und mich an die Menschen erinnern.

Wie macht ihr das, wenn ihr unterwegs Leute kennenlernt? Tauscht ihr Kontaktdaten aus? Oder freut ihr euch für den Moment und geht einfach so wieder auseinander, ohne Kontaktdaten zu tauschen?

Eure Lioba <3

Kommentare:

  1. Ich habe schon oft mit wildfremden Leuten ausgiebige Gespräche geführt, die ich hinterher nie wieder gesehen habe und von denen ich nicht mal den Namen wusste, sondern nur, dass sie dies nichts ausstehen konnten, jenes Buch schon gelesen hatten und wie sie aussahen. Und danach nie wieder. Ich habe kein Facebook uund weiß ja nicht, wie das ist, aber ich kann mir vorstellen, dass man da eigentlich kaum noch dazu kommt, wirklich zu kommunizieren, wenn man sich trotz allem ja kaum kennt. Um sich richtig kennenzulernen, braucht mein eine gemeinsame Beschäftigung. Ich hatte mal Freunde aus Finnland, Schweden und Dänemark, China, Japan und Korea, aber da ich zum einen ihre Mailadressen verschlampft habe und zum anderen aber auch kaum noch Grund hätte, mit ihnen zu reden -wenn ich ihnen wieder begegnen würde, müsste ich sie eigentlich neu kennenlernen- habe ich sie eben aus den Augen verloren. Das ist schade, aber man darf einfach nicht zurückblicken, sonst bereut man zu viel, obwohl man doch eigentlich das meiste richtig gemacht hat. Außerdem kann es sein, dass man mit vielen alten Freunden, denen man nachgetrauert hat, heute gar nicht mehr zurück auf die gleiche Wellenlänge findet und dann enttäuscht ist, wenn man sich wiederbegegnet. Ich gehe einfach davon aus, dass mir das Leben schon die Menschen schickt, mit denen ich was anfangen kann.
    Was Kontaktdaten anderweitig angeht, so habe ich öfter mal bei solchen "Finde einen zufälligen Brieffreund" mitgemacht, dabei aber nur ein paar mal hin- und hergeschrieben, bis ich gemerkt habe, wie wenig ich der Person zu schreiben habe. Man muss gemeinsam Dinge erlebt haben... nicht umsonst wird der Neue in der Klasse erstmal beschnuppert ;-)
    Zwei oder dreimal habe ich auch mit Ferienbekanntschaften Adressen ausgetauscht, aber die waren schnell vergessen. Ich muss mit den Leuten irgendwie ein gemeinsames Gesprächsthema haben. Im Kino zum Beispiel rede ich, wenn ich zufällig neben wildfremden Leuten sitze, die Leute an, weil man da ja ein Thema hat, über das man reden kann... Aber meiner Meinung nach bringt es nur dann etwas Kontakte auszutauschen, wenn man weiß, dass man später wirklich miteinander zu tun haben wird. So, ich hoffe Blogger akzeptiert diesen Roman jetzt ;-)

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    1. Erstmal danke für deinen Kommentar :)
      Zunächst mal zu Facebook: Mit deiner Vermutung hast du vollkommen Recht. Ich schreibe nicht wirklich viel mit den Leuten, die ich auf irgendwelchen Seminaren kennengelernt hab oder so. Aber ab und an schon. Auch was du in punkto Freunde schreibst, da stimm ich dir voll und ganz zu. Mit vielen würde ich heute nicht mehr zurecht kommen.
      Einen Punkt muss ich aber noch ergänzen: Wenn ich z. B. irgendein Problem hab oder jemanden brauche, der das und das kann, kann es vorkommen, dass ich mir denke: Als ich das und das gemacht hab, hab ich mich mit jemandem unterhalten, der das kann.
      Wenn ich mit diesem Kontaktdaten getauscht hab oder auf Facebook befreundet bin, hab ich schon mal eine Möglichkeit, mein Problem zu lösen. Wenn nicht, muss ich halt eine Alternative finden.
      Tjaja, Blogger halt :D

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  2. Sehr schöner Post :)

    Ich blättere auch immer wieder gerne durch mein Freundebuch (hatte nur eins für Grundschul- und Gymnasiumszeit, eins von Diddle ^^) und erinnere mich an die Freunde, mit denen ich größtenteils ewig nicht mehr geredet habe...

    Deine Idee finde ich total schön *_* Wenn ich neue Leute kennen lerne, dann gehen wir meist einfach wieder auseinander, ich trau mich dann auch meist nicht irgendwas auszutauschen oder so (ja, ich bin EXTREM schüchtern :( -.-) und später ärgere ich mich total darüber :(

    Liebe Grüße
    Chrisi

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    1. danke :)
      von Diddl wollte ich auch immer unbedingt ein Freundebuch haben, alle hatten eins von Diddl, nur ich nicht :( :D
      ich war auch mal mmh, schüchtern nicht direkt, halt total unsicher und hab mich nicht wirklich getraut, z.B. Leute anzusprechen. Bezeichnen wir das mal als nicht-selbstbewusst. Das hat mich dermaßen geärgert, vor allem weil ich als Kind ganz anders war. Deswegen hab ich an mir gearbeitet und z.B. angefangen, jedem, dem ich begegne, in die Augen zu schauen. Das hat schon extrem viel geholfen. Außerdem steh ich jetzt nur noch auf beiden Beinen und verlagere das Gewicht nicht auf eine Seite. Nur so als kleiner Tipp :)

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