Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert. ~ Nelson Mandela



[Rezension] Brooks: iBoy

//
8 Kommentare

iBoy

iBoy
von Kevin Brooks
aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn
Verlag: dtv
Preis: 8,95 €
320 Seiten

[...] es gab eine ganze Welt im Netz. Eine Welt aus so viel Verschiedenem – Gutem, Schlechtem, Langweiligem, Verrücktem –, es war genauso wie in der wirklichen Welt. Genauso wunderbar. Genauso schön ... aber auch genauso widerlich und krank und herzzerreißend. Seite 153 
Und stell dir vor, du könntest die Welt im Netz in ihrer Gesamtheit überblicken... 

Inhalt:
Was tust du, wenn du alle Macht der Welt hast? Wenn du alles weißt und alles kannst? Versuchst du, die Welt vor dem Bösen zu bewahren? Oder willst du einfach nur die retten, die du liebst?
Eben war Tom noch ein ganz normaler Junge. Jetzt ist er iBoy - ein Superheld, allwissend und unbesiegbar. Ein iPhone hat seinen Schädel zertrümmert und ist mit seinem Gehirn eine Verbindung eingegangen, die es Tom erlaubt, jede Sekunde online zu sein und sich in alle Datenbanken der Welt zu hacken. Mit seiner iHaut als Schutzpanzer und den Elektroschocks, die er austeilt, ist er den Typen gewachsen, die sein Viertel terrorisieren und Lucy überfallen haben, in die er verliebt ist. Für Tom zählt nur eins: Er will den Überfall auf Lucy rächen und sie beschützen - mit allen Mitteln. Aber sein Rachefeldzug bringt Lucy in tödliche Gefahr. Um sie zu retten, braucht es mehr als seine iBoy-Kräfte… (dtv)
Woher hab ich das Buch?
Ich hab es in einem Bücherkatalog entdeckt und mir zu Weihnachten gewünscht.

Meine Lesegeschwindigkeit:
Ich hatte es innerhalb von zwei Tagen durch.

Meine Meinung:

Das erste, was ins Auge fällt, ist der Titel. Auf den ersten Blick sagt er überhaupt nichts über die Geschichte, aber eigentlich doch alles. Es gibt selten Bücher, bei denen der Titel so treffend ist.
Das Buch beginnt damit, dass dem Protagonisten Tom ein iPhone auf den Kopf fällt – mit einer Geschwindigkeit von 124 km/h. Zunächst verfolgt die Story zwei Handlungsstränge: der erste ist die Selbsterforschung Toms, wozu er als "iBoy" fähig ist, wie er es steuern kann und vor allem, wie er es zu seinem Vorteil nutzen kann. Der zweite Handlungsstrang ist die Gruppenvergewaltigung seiner besten Freundin Lucy und der Überfall auf deren Bruder Ben, bei der Tom die Rolle des Ermittlers und des Superhelden übernimmt. Er will rausfinden, wie er Lucy helfen kann, und sie rächen.

Ziemlich schnell hat Tom den Dreh raus und weiß, wie er sein "iHirn", wie er seine psychischen Kräfte liebevoll nennt, einsetzen muss, um an Informationen zu kommen. Seine physischen Kräfte bezeichnet er mit "iHaut" – mit der er anderen Stromschläge geben kann.

Zu Beginn wird sofort deutlich, dass vermutlich viele technische Sachen und wissenschaftliche Informationen in dem Buch vorkommen werden. Denn am Anfang jedes Kapitels steht ein Zitat oder ein Auszug aus einem wissenschaftlichen Text, z.B. die Formel zur Berechnung der Fallgeschwindigkeit eines Gegenstands oder so etwas wie: Du musst nicht verrückt sein, um ein leuchtendes Kostüm anzuziehen und das Böse zu bekämpfen – aber es hilft. http://io9.com/5228906/top-10-greatest-mentally-ill-superheroes (Ja, es steht genau so drin.)

Einige dieser Zitate fand ich ganz interessant, ohne weiter drüber nachzudenken. Mit anderen Zitaten konnte ich gar nichts anfangen. Und manche haben mich zum Nachdenken angeregt und über diese Zitate hab ich recherchiert. Dabei hab ich Dinge herausgefunden, die das Zitat in ganz anderem Licht erscheinen lassen und mit somit einen ganz anderen Blick auf die Geschichte und vor allem die Charaktere geben. Allerdings steckt hinter jedem Textauszug eine komplizierte Hintergrundgeschichte, die das Ganze eigentlich nur noch verwirrender macht. Ich glaube, dieses Buch muss man ganz oft lesen, bis man es nach und nach versteht, und man muss die Geschichten hinter den Zitaten kennen, um alles zuordnen zu können.

Eine Freundin von mir hat für solche komplexen Dinge kürzlich eine treffende Metapher gefunden (zwar in Bezug auf den Film Cloud Atlas, aber das Prinzip ist dasselbe): Es ist so, wie wenn man ganz nahe vor eine Kathedrale steht. Man sieht sie, aber man begreift nicht deren Dimension und vor allem, was es überhaupt ist. 

Zurück zum Buch: Bei Kapitel 2 fällt mir auf, dass über dem Kapitel "10" anstatt "2" steht. Die Erklärung folgt sofort dadurch, dass das Binärsystem erklärt wird:
In der binären Darstellung wird die 2 als 10 geschrieben, die 3 als 11, die 4 als 100, die 5 als 101 usw.
Das ist zwar nur ein kleines Detail, aber Details wie dieses machen das Buch perfekt. Sie zeigen, dass es wirklich gut durchdacht und außerdem gut recherchiert ist.

Meine Begeisterung ist mit jedem Wort gewachsen, das ich gelesen hab. Meine Erwartungen waren von Anfang an sehr hoch, weil der Inhalt so vielversprechend klang. Sie haben sich nicht erfüllt, sie wurden sogar übertroffen.

Kommentare:

  1. Hmhm, ich fand das Buch ja ehrlich gesagt nicht so toll... Also die Geschichte fand ich irgendwie einfach nur merkwürdig und das ganze hat mir dann einfach nicht gefallen...
    Allerdings hast du es mit deiner Rezension jetzt doch wieder geschafft, dass ich darübernachdenke, das Buch zu rereaden, vielleicht gefällt es mir ja doch...? Eigentlich hab ich sonst nämlich auch schon ziemlich gute Bücher von John Green gelesen ;)
    Naja, mal gucken... ;)

    Liebe Grüße
    Chrisi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. vielleicht liegts ja am Genre, dass es nicht so deins war? Ich fand die Geschichte total genial, auch wenn ich sie noch nicht ganz kapiert hab^^
      Ist übrigens von Kevin Brooks, nicht von John Green :)

      Löschen
    2. Ups, meinte natürlich Kevin Brooks :D Von John Green ist ja alles wundervoll ;D

      Löschen
  2. Hört sich an wie eine Werbung für Apple in Form eines Buches...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Apple-Werbung kommt nur am Anfang, später spielt das gar keine große Rolle mehr :)

      Löschen
  3. Das klingt wirklich gut... Ich glaube das könnte etwas nach meinem Geschmack sein^^
    Ich wünsche dir einen guten Rutsch!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, dir auch einen guten Rutsch und ein gutes neues Jahr 2015!

      Löschen

Gib deinen Senf dazu! Sei es eine andere Meinung, Kritik oder Lob, ich mag deinen Senf. Als Dankeschön gibts Senf von mir zurück. Deal?

Blog Design and Content © by Libramor | Impressum | 2016.