Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert. ~ Nelson Mandela



[Rezension] Gaarder: Sofies Welt

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6 Kommentare

Sofies Welt

Sofies verden
von Jostein Gaarder
aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs
Verlag: dtv, Reihe Hanser
Preis: 9,95 €
624 Seiten

Inhalt:
Mysteriöse Briefe landen im Briefkasten der 15jährigen Sofie Amundsen in Oslo. Was sollen diese Fragen: »Wer bist du?«, »Was ist ein Mensch?« und »Woher kommt die Welt?«. Sofie ist irritiert. Die Briefe werden ausführlicher und entführen sie in die abenteuerliche und geheimnisvolle Gedankenwelt der großen Philosophen. Ihr unbekannter Briefeschreiber erzählt Sofie die Geschichte Europas, der Antike, des Mittelalters und der Renaissance und dann nimmt die Geschichte eine unglaubliche Wendung. (dtv)

Woher hab ich das Buch?
Es stand bei meiner Mutter im Regal.

Meine Lesegeschwindigkeit:
Ich hab dafür einige Wochen gebraucht.

Meine Meinung:
Ich hab für dieses Buch zwei Anläufe gebraucht. Zuerst konnte ich überhaupt nichts mit Sofies Welt anfangen, hab es einfach nicht mehr weitergelesen. Ein paar Monate später haben wir in der Schule viel Philosophisches behandelt. In Latein übersetzen wir fast nur philosophische Texte, dadurch hab ich zu dem Thema Zugang gefunden und ich hab mich nochmal an das Buch gewagt.

In meinem W-Seminar (Thema: Sinnfindung im Kino) musste ich noch ein Referat halten oder einen Essay schreiben – das Thema durfte ich frei wählen, es sollte halt zum Seminar passen. Ich entschied mich für einen Essay über Sofies Welt, auch wenn ich das Buch erst zur Hälfte gelesen hatte. Das Problem dabei: Ich musste das Buch immer nach einigen Seiten weglegen, um über den Inhalt nachzudenken. Dementsprechend lange brauchte ich dafür.

Die Handlung baut auf die Geschichte der Philosophie auf. Am Anfang stehen die ersten Philosophen der Antike, nach und nach erfährt man, wie sich das Weltbild und das Menschenbild gewandelt haben. Ich persönlich finde die antike Philosophie am spannendsten. Möglicherweise liegt das aber auch nur daran, dass ich mich damit am meisten beschäftigt habe. Deshalb gefällt mir das Buch am Ende immer weniger, auch wenn die Spannung kontinuierlich steigt.

Letztendlich hab ich meinen Essay nur über die Philosophie der Antike geschrieben. Ich hab versucht, möglichst viel zu kürzen, dennoch ist er drei Seiten lang. Als Vorgabe hatten wir eine bis drei Seiten, daher beschloss ich, mich mit der Antike zu begnügen.

Ich sehe das Buch weniger als einen Roman als ein Nachschlagewerk. Es ist eine gute Grundlage, um sich mit Philosophie zu beschäftigen. Ich hab es einmal gelesen, um mir einen groben Überblick zu beschaffen. Den Anfang über die Antike hab ich immer wieder nachgelesen, um alles gut zu verstehen. Ich denke, ich werde mich weiter mit dem Buch beschäftigen und eventuell einen zweiten Essay über die nächste Epoche in der Philosophie schreiben.


Ein Auszug aus meinem Essay über die Philosophie der Antike:
„Die Vergangenheit ist Schnee von gestern.“ „Was interessiert mich, was vor 500 Jahren passiert ist? Ich lebe jetzt.“ „Was war, ist vergangen, es ist vorbei, für immer.“ Diese drei Aussagen sind klar und deutlich. Aber stimmen sie auch? Ist die Vergangenheit nicht irgendwie ein Teil von uns? Denn wenn es die Vergangenheit nicht gäbe, gäbe es uns auch nicht. Wenn wir die Vergangenheit nicht kennen, kennen wir dann uns selbst? Nicht umsonst ist eine der wichtigsten philosophischen Fragen die Frage nach dem Ursprung der Welt. Wenn wir nicht wissen, woher alles kommt, warum wir leben, können wir dann wissen, wie wir leben sollen?

Die ersten uns bekannten Philosophen, die sich mit der Beschaffenheit der Welt beschäftigten, waren die Vorsokratiker. Sie suchten nach dem Urstoff, aus dem alles entstanden sein soll. Sie bauten ihre Überlegungen auf Beobachtungen auf. Thales von Milet meinte, das Wasser sei der Ursprung aller Dinge. Wenn man versucht, seine Gedankengänge nachzuverfolgen, klingt das plausibel. Wenn man einen Samen einpflanzt, wächst die Pflanze nur, wenn man ihr Wasser gibt.

Thales' Schüler Anaximander hielt das Unbegrenzte (griech. Apeiron) für den Ursprung. Möglicherweise meinte er, dass der Grundstoff nicht genauso wie das daraus Geschaffene sein kann. Weil alles Geschaffene endlich ist, muss das, woraus alles geschaffen wurde, unendlich sein.

Anaximenes behauptete, die Luft sei verantwortlich für jede Existenz. Wenn es regnet, entstehe das Wasser scheinbar aus der Luft. Wenn dieses Wasser gepresst würde, entstehe Erde. Feuer, das vierte Element, sei verdünnte Luft.

Es gab auch Vorsokratiker, die die Welt für ewig hielten. Alles sei schon immer so gewesen und würde auch immer so bleiben, meinte Parmenides. Es gäbe keine Veränderung, das sage ihm sein Verstand. Auch wenn seine Sinne ihm Veränderungen in der Natur zeigten, glaubte er nicht daran. Er traute seinen Sinnen nicht, sondern er verließ sich auf seine Vernunft.

[...]

Die ersten Philosophen waren auf der Suche nach dem Ursprung der Welt. Wie genau alles entstanden ist, ist noch heute unklar. Womöglich wird das nie erforscht werden können. Auch der Sinn des Lebens hat für jeden eine andere Bedeutung. Ein guter Ansatzpunkt für die Suche nach dem Sinn ist Sokrates' Philosophie: wir müssen unserem Gewissen folgen.


Kommentare:

  1. Hmm, ganz so wissenschaftlich bin ich nicht an Sophies Welt rangegangen... es war eher so, dass ich, kaum dass ich es gelesen hatte, wieder eine Idee für ein neues Buch hatte :D

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    1. haha :D ich finde, es ist wie ein Schulbuch, nur unterhaltsamer :D

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  2. Es ist wirklich so wissenschaftlich :o
    Dann wäre es vermutlich nichts für mich, obwohl ich doch auch immer.gerne Fakten in den Büchern hab, aber so extrem kann ich mir das nun auch nicht vorstellen... :/ kannst du mir biiiiiitte verraten, ob Sophie herausfindet, wer die Briefe schreibt?

    ~Meine Freundin hat das Buch auch schonmal gelesen und war begeistert. Naja, irgendwie bekomme ich schon Interesse xD jedes Buch muss mal von mir gelesen werden c:

    Glg Sophie ♥¤♥

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    1. Ich hab auch zwei Anläufe gebraucht. Ich denke, es ist ein Buch, für das man den richtigen Zeitpunkt benötigt :)
      Ja, sie findet es heraus :)
      Jedes Buch? Da bist du aber lange beschäftigt :D
      Liebe Grüße
      Lioba <3

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  3. Sophies Welt gehört auch zu den Büchern, die ich unbedingt noch lesen möchte! :) Ich habe ja auch häufiger mal mit Philosphie zu tun, da ich Latein und Altgriechisch lerne und noch Philosophie als Unterrichtsfach dazuhabe.
    Wenn dich die Philosophie noch mehr interessiert, dann kann ich dir übrigens "Was bedeutet das alles?" von Thomas Nagel empfehlen - das hat nicht viel mit antiker Philosophie zutun, sondern ist eher modern ausgerichtet, aber eigentlich sehr interessant :)

    Liebe Grüße
    Chrisi

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    1. Danke für den Tipp, das Buch muss ich mir gleich näher anschauen – mein Seminararbeitsthema wird sich nämlich um die Philosophie drehen :)

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