Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert. ~ Nelson Mandela


Filme spiegeln immer nur einen Teil der Realität wider.

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3 Kommentare
Es gibt Filme, die ich mir immer und immer wieder ansehe. Filme, in denen ich mich selbst sehe, in denen ich mich wiedererkenne. Beim Anschauen hoffe ich, dass sie mir die Lösung für alles geben und sich alle Probleme in Luft auflösen. Aber in Wirklichkeit machen mich diese Filme fertig. Sie ziehen mich runter und ich weiß dann erst recht nicht, was ich tun soll. Ich fühle mich leer und hab nicht das Gefühl, dass ich was ändern könnte.

Ich hatte gestern einen super Abend. Semesterabschlussfest. Es waren sooo viele Menschen da und meistens gibt es bei solchen Events immer wieder Momente, in denen ich mich komplett verloren fühle und ich nicht weiß, mit wem ich reden soll. Gestern war es nicht so. Ich war in einem Glücksrausch, die Welt war in Ordnung. Ich hatte keine Angst, mich zum Affen zu machen, hab mir keine Gedanken darüber gemacht, wie ich auf alle anderen wirke, denn für mich hat es gepasst. Ich war einfach ich.

Mir kommt das so unglaublich vor. Ich, inmitten von vielen Menschen, und diese vielen Menschen mögen mich. Ich war nie die Beliebte, ich war die graue Maus. Ich kann mich anpassen und unauffällig sein. Ich hab immer davon geträumt, im Mittelpunkt zu stehen und bewundert zu werden. Und ich hab es geschafft. Menschen kommen auf mich zu und wollen etwas mit mir machen. Menschen freuen sich, wenn ich dabei bin. Menschen passen ihre Pläne an meine Pläne an. Ich hab es geschafft.

Das Problem: Es ist nur ein Teil der Realität. In anderen Teilen bin ich immer noch die Unaufällige, die ich mir selbst gut zureden muss, bis ich jemanden anspreche und sei es nur eine Kollegin, die ich frage, ob sie was für mich zu tun hat. In anderen Teilen dümpel ich so vor mich hin und verdrimsel die Zeit, obwohl ich Unmengen an Arbeit hätte. In solchen Momenten wäre ich gerne die Gewinnerin, das It-Girl, die Powerfrau, die ihr Leben im Griff hat und nicht unter Motivationsproblemen leidet. Die nicht tagsüber und nachts mit den Zähnen knirscht, weil der Stress irgendwie kompensiert werden muss.

In Filmen sind die grauen Mäuse am Ende immer die Gewinner, bei denen alles passt. Es gibt keine Probleme mehr – beziehungsweise sie werden nicht gezeigt. Sie verzerren die Realität in dem Versuch, uns Wege für die Realität zu zeigen. Sie täuschen vor, dass am Ende alles gut wird. Aber mein Leben hat nun mal noch kein Ende. Es geht immer weiter und deshalb werden auch immer wieder neue Probleme auftauchen. Das Leben ist ein ständiger Kampf und manchmal fehlt mir einfach die Kraft, mich ihm zu stellen. Dann schalte ich einen Film ein und lass mir noch meine übrige Kraft nehmen. Was für eine Schwachsinnsidee. Und ich falle immer wieder drauf rein. Warum??

Kommentare:

  1. Huhu Du Liebe,

    ein sehr starker Text!

    Und Du hast so Recht... :)

    Filme verfälschen unser Weltbild leider sehr oft.. geht mir oft genauso. Gerade in Bezug auf Beziehungen finde ich das auch enorm.
    Und auf das Selbstbild – wie Du bereits treffend schreibst.

    Danke Dir für den inspirierenden Post am Morgen!

    Liebe Grüße,
    Hannah

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    1. Das ist das, was ich an Serien so ein bisschen mag: sie gehen immer weiter. Aber sie verfälschen die Realität trotzdem genauso wie Filme.
      Freut mich, wenn ich dich inspieren konnte :)

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  2. Das klingt doch schon nach einer tollen Entwicklung, was du schreibst. Es freut mich riesig, dass du so viele Menschen gefunden hast, die dich mögen.

    Und ja, das Leben ist manchmal ein Kampf, ich kenne das gut, bin ja selbst immer wieder die graue Maus. Nur gut, dass es zwischendurch immer wieder auch kleine Erfolge und schöne Momente gibt.

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