Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert. ~ Nelson Mandela


[Seitensprung] Praktikum bei der Regionalzeitung

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12 Kommentare

Liebe Schreib- und Lesefreunde,

wie ihr seht, hab ich ein neues "Format" eingeführt: den Seitensprung. Bei diesem Format springe ich von den Buchseiten weg und werde meinem Blogthema Bücher untreu. Ein Seitensprung also. Heute gibt es endlich meinen Praktikumsbericht, übernächste Woche wird es den Bericht über die Romwallfahrt geben. Ansonsten werdet ihr in dieser Rubrik Persönliches finden, sowie Gedanken über irgendwelche Themen. Gerne könnt ihr mir auch Vorschläge machen, was ihr sonst noch so von mir lesen wollt.



Nun zu meinem Praktikum. Bei uns an der Schule müssen die Zehntklässler in der letzten Unterrichtswoche ein Praktikum machen. Es ist ganz egal wo, da haben wir die freie Auswahl. Ursprünglich wollte ich zu einem Fotografen, der hätte mich auch genommen. Allerdings hatte er in dieser Woche einen Auftrag etwas weiter entfernt, wo er für drei Tage dort geblieben ist. Über meinen Vater bin ich dann zur Regionalzeitung gekommen.

Bei der Zeitung hat ein Redakteur alles für mich organisiert. Ich sollte zwei Tage bei den Mediengestaltern (=Satzproduktion) verbringen und die anderen drei Tage bei dem Redakteur arbeiten. Meine Arbeitszeiten waren von 9 bis 16 Uhr, dazwischen eine Stunde Mittagspause.

Am Montag um 9 Uhr komme ich also in der Redaktion an und bin gespannt, was mich erwartet. Ich werde einer jungen Frau übergeben, vielleicht zwei, drei Jahre älter als ich. Sie fragt mich, ob ich schon mal mit Adobe InDesign gearbeitet hab. Unsere Schülerzeitung layouten wir mit InDesign, sie muss mir also keine Einweisung ins Programm geben. Ich bekomme den Auftrag, Visitenkarten zu gestalten. Falls ich dafür Fotos benötige, darf ich diese bei Fotolia.com herunterladen. Die Zeitung hat bei Fotolia ein Abo, d.h. sie dürfen täglich 25 Bilder herunterladen. Mein nächster Auftrag war, ein Titelblatt für eine Fußballbeilage bei der Zeitung zu gestalten. Am Nachmittag bekomme ich noch zwei andere Aufgaben zum Layouten.

Ehrlich gesagt fand ich den ersten Tag in der Satzproduktion nicht so spannend, weil ich InDesign schon kannte. In der Schülerzeitung arbeiten wir zwar mit einer anderen Version von InDesign, aber so viel Unterschied war da nicht. Mein Fazit von dem Tag: Das Schülerzeitungslayout ist nichts anderes, was Mediengestalter auch machen.

An meinem letzten Tag war ich nochmal in der Satzproduktion. Da musste ich drei Logos für einen Musikladen gestalten und einen Menüplan ändern. Bei uns in der Zeitung erscheint nämlich montags immer ein Menüplan mit den Mittagsgerichten von verschiedenen Restaurants. Diese schicken freitags ihre Menüpläne an die Zeitung und ich durfte sie dann in einer Vorlage zusammenflicken.

Die beiden Tage haben Spaß gemacht, auch wenn ich nicht viel Neues gelernt hab. Mediengestalter wäre schon ein interessanter Beruf, die Jobaussichten sind allerdings nicht sehr prickelnd.

Von Dienstag bis Donnerstag saß ich bei dem Redakteur im Büro. Seine Hauptaufgabe ist die kostenlose Wochenzeitung, die immer mittwochs erscheint. Für diese Zeitung sollte ich einige Terminmeldungen schreiben, was eine Routinearbeit war. Man schreibt zwar jedes Mal einen anderen Inhalt, aber eigentlich tauscht man nur das Thema aus. Ich erfinde mal ein Beispiel, damit ihr versteht, was ich meine.
Der Verein zur Erhaltung der Grünflächen in der Stadt veranstaltet am Mittwoch, 6. August, um 19 Uhr einen Informationsabend zum geplanten Tiefgaragenbau in der Innenstadt. Die Veranstaltung findet im Gasthaus Sowieso in Musterstadt statt. Der Eintritt ist frei.
Ungefähr jede Meldung sieht so aus. Das sieht so einfach aus, aber man kann bei Meldungen so viel falsch machen, das ist unglaublich. Beispielsweise fängt eine Meldung nie mit dem Datum an. Wenn ihr in die Zeitung schaut und Meldungen lest, werdet ihr keine finden, die mit dem Datum anfängt. Wenn ihr aber zum Beispiel einen Pfarrbrief lest oder einen Informationszettel von eurer Schule, auf dem Termine verkündet werden, und ihr eine Terminmeldung findet, die mit dem Datum anfängt, wisst ihr, dass das kein Journalist geschrieben hat.
Man sollte auch das Verb "einladen" vermeiden. Denn dieses Verb hat eine Doppeldeutigkeit und man könnte es falsch verstehen. Oder beim Datum lässt man das Wort "den" weg: am Mittwoch, 6. August, NICHT am Mittwoch, den 6. August. Und so weiter. Es gibt so viele Regeln, aber wenn man einmal eine perfekte Meldung geschrieben hat, macht man keine Fehler mehr. Dabei ist es ganz egal, ob man alle Regeln kennt. Weil jede Meldung gleich ist. (Alle Angaben ohne Gewähr)

Außerdem musste ich noch eine typische Praktikantenarbeit verrichten: Streifbandzeitungen versandfertig machen und zur Post bringen. Damit dieser Blogbeitrag nicht zu lang wird, bitte ich euch, das zu googlen, falls ihr nicht wisst, was das ist.

Außer den Meldungen hab ich noch ein paar kleine Artikelchen geschrieben. Einige davon waren auch Terminverkündigungen, aber es sollte eben mehr als nur eine Meldung sein. Ein kleiner Artikel war eine Zusammenfassung einer Broschüre über den Zusammenhang zwischen kirchlichen Gemeindem und dem Sozialleben im Dorf. Diese Broschüre ist eine Woche vor meinem Praktikum erschienen und man kann sie bei dem Vereinsvorsitzenden abholen, deswegen sollte da ein kleiner Artikel in die Zeitung.

An einem Tag hatten wir einen Fototermin mit einer Jugendfeuerwehr aus dem Norden, die für eine Woche bei uns im Süden waren und dabei einen Ausflug in einen Vergnügungspark gemacht haben. Das Foto diente natürlich zur Werbung für den Park.

Insgesamt war die Woche viel zu schnell vorbei und ich hab einiges gelernt - und wenn es bei der Satzproduktion nur die Erkenntnis war, dass meine Arbeit in der Schülerzeitung mir für einen medialen Beruf nützlich sein kann.

Vor dem Praktikum wollte ich immer mal wieder doch nichts mit Medien machen. Das Praktikum hat mir aber echt viel Spaß gemacht und jetzt ist der Wunsch größer geworden. Allerdings haben mediale Studiengänge einen sehr hohen NC und die Jobaussichten sind nicht sehr gut. Ich bin auf jeden Fall mal gespannt, was die Zukunft so bringen wird.

Für alle, die gerne Medien machen - sei es schreiben, fotografieren oder Videos drehen:
  • Parlamentsprofi: ein Wettbewerb für Diskussionsfreudige
  • Infrastruktur 2030: ein Wettbewerb über die Zukunft der Verkehrswege
  • Reportagepreis: ein Wettbewerb, bei dem die beste Reportage gewinnt
  • Deutscher Multimediapreis: ein Wettbewerb für Medienmacher aller Art
  • Synonymik: eine Website mit vielen Synonymen - super für Blogger
  • Copypastelove: ein Blog mit Tutorials für Blogtemplates etc.
  • JMT: ein bundesweites Treffen von jugendlichen Medienmachern - dieses Jahr in Frankfurt/Main. Ich bin dabei, du auch? 
Was habt ihr schon so für Praktika hinter euch? Habt ihr gute oder schlechte Erfahrungen gemacht? Haben die Praktika euren Berufswunsch beeinflusst?


Kommentare:

  1. Hallo liebe Lioba,

    ein sehr schöner, interessanter Post! :)
    Dein Praktikum hört sich wirklich interessant an!!

    Ich habe bisher nur ein Sozialpraktikum im Kindergarten gemacht, aber ich werde nächste Woche bei meinem Vater ein Praktikum in der Werbeagentur machen und wie du weißt nächstes Jahr eine Woche beim Wittwer, in der Buchhandlung verbringen. :)

    Ganz liebe Grüße,
    Hannah
    wonderworld-of-books-from-hannah.blogspot.de
    <3

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    1. Hallo Hannah,

      es war auch sehr interessant. Ich glaube, es war genau das Praktikum, das ich gebraucht hab.

      Dein Vater hat eine Werbeagentur? Wie cool! Das wird bestimmt interessant. Genauso wie die Buchhandlung, das sollte ich auch mal machen :) Ein Praktikum im Kindergarten wär, glaub ich, nichts für mich. Was musstest du denn da so alles machen?

      Liebe Grüße
      Lioba

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    2. Hallo Lioba,

      Ja, das denke ich auch. :)
      Na ja, das Sozialpraktikum bei uns war Pflicht. Man konnte sich zwischen Altersheim und Kindergarten entscheiden.
      Aber mir hat es total Spaß gemacht. Ich habe mit den Kindern gespielt, sie gefüttert, umgezogen und solche Sachen halt.

      Liebe Grüße,
      Hannah <3

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    3. Altersheim oder Kindergarten? Da hätte ich auch den Kindergarten genommen... :D
      Ich glaub, ich bin viel zu ungeduldig für Kinder, von daher wär ich im Kindergarten einfach fehl am Platz... aber für alte Leute bin ich wahrscheinlich erst recht zu ungeduldig :D

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  2. Hallo Lioba,
    ein toller Post!
    Ich habe schon einmal ein Praktikum im Krankenhaus gemacht. Das war ein Schülerpraktikum, so wie in deinem Fall. Beeinflusst hat es mich beruflich in der Hinsicht, dass ich mich hinterher gegen die Berufsgruppen im Krankenhaus entschieden habe :)
    Vielen Dank für die nützlichen Links!
    Liebe Grüße,
    Einzelstück

    www.einzelstueck-kulturleben.blogspot.com

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    1. Hallo Einzelstück,
      danke und bitte! :)

      Wie lange hat denn dein Praktikum gedauert? Eine aus meiner Klasse hat ein Praktikum in der Unfallchirurgie gemacht... in welchem Bereich warst du?

      Liebe Grüße
      Lioba

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    2. Hallo Lioba,
      mein Praktikum hat zwei Wochen gedauert. Ich war damals in einer Kinderklinik auf einer Station, auf der hauptsächlich sehr kleine Kinder lagen. Meistens blieben die Eltern dann auch im Krankenhaus um sich um ihre Kinder zu kümmern. Zu tun gab es für uns Praktikanten da leider nicht viel, deshalb sind die zwei Wochen nur sehr langsam vergangen :D
      Liebe Grüße,
      Einzelstück

      www.einzelstueck-kulturleben.blogspot.com

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    3. das ist aber blöd, wenn man fast nichts tun darf. Da hatte ich voll Glück :)

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  3. Sehr schöner Post, ich wär begeistert wenn mir bei einem Praktikum bei einer Zeitung derart viele Gestaltungsaufgaben zugedacht werden [Ich bin nämlich Medien und Grafikdesignerin haha ;)] Mein Praktikum für dieses Jahr hab ich bei einem Fotografen absolviert - sehr interessant! :)
    LG Nina

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    1. Danke :)
      Mir hat es auch echt viel Spaß gemacht, nur hätte ich nie gedacht, dass sich die Fertigkeiten eines Mediengestalters so wenig von einem Schülerzeitungslayouter unterscheiden...
      Liebe Grüße
      Lioba

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  4. Liebe Lioba

    Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich habe mich sehr über deine Antwort gefreut und kann sagen, dass ich selber seit neustem auch gerne ins Kino gehe :) schöner Blog, werde ich weiter verfolgen.

    Ganz liebe Grüsse
    Flame

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    1. freut mich, dass dir mein Blog gefällt :)

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