Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert. ~ Nelson Mandela


[Rezension] Picoult, van Leer: Mein Herz zwischen den Zeilen

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10 Kommentare

Mein Herz zwischen den Zeilen

Between the lines
von Jodi Picoult und Samantha van Leer
aus dem amerikanischen Englisch von Christa Prummer-Lehmair und Katharina Förs
Verlag: Boje
ISBN: 978-3-414-82365-6
Preis: 14,99 €
284 Seiten

>>Ein Schatz wird erst dadurch zu einem Schatz, dass du ihn so schwer findest, wenn du ihn am dringendsten brauchst.<< Seite 75

Inhalt:
Was wäre, wenn die Charaktere in einem Buch ein Eigenleben hätten, solange die Buchdeckel geschlossen bleiben? Ein Eigenleben, das mit der Geschichte des Buchs gar nichts zu tun hat? Erst, wenn das Buch wieder geöffnet wird, gehen die Figuren auf Position und spielen ihre Rolle für die Leser weiter. Und was wäre, wenn einer dieser Charaktere das Buch unbedingt verlassen wollte? Besser noch: Wenn sich eine Leserin in ihn verlieben und beschließen würde, ihm zu helfen? (Klappentext)

Woher hab ich das Buch?
Ich hab es in der Bücherei gesehen, der Titel hat mir gefallen und der Buchrücken auch.

Meine Lesegeschwindigkeit:
Ich hab es an einem Tag gelesen.

Meine Meinung:
Das Buch hat ein Vorwort der Autorin Jodi Picoult. Sie erzählt, wie das Buch entstanden sei. Ihre Tochter Samantha van Leer habe die Idee dazu gehabt und nach einigen Überlegungen hätten sie sich zusammen an den Computer gesetzt und jeden Satz zusammen geschrieben.

Es gibt drei Geschichten, die zusammen ein ganzes ergeben. Die erste Geschichte ist ein Märchen, das "Mein Herz zwischen den Zeilen" heißt. Die Hauptperson heißt Oliver und sein Vater, der König, ist in der Nacht seiner Geburt gestorben. Wie in jedem Märchen gibt es einen Bösen, hier heißt er Rapscullio, der das Mädchen Seraphima gefangen hält. Obwohl er sehr viel Angst hat und seine Mutter ihn (aus Angst auch ihn zu verlieren) nicht gehen lassen will, macht sich Oliver auf den Weg, Seraphima zu retten.

Die Realität sieht ganz anders aus: Oliver, Seraphima, Rapscullio und all die anderen spielen ihre Rolle nur. Sie sind die Hauptfiguren in dem Märchen und leben folglich in einem Buch. Wenn das Buch geschlossen ist, führt jeder ein ganz anderes Leben: Rapscullio ist auf einmal ganz nett, Seraphima unheimlich nervig und Oliver wünscht sich einfach nur, irgendwie aus dem Buch rauszukommen. Er probiert viel aus, um einen Weg zu finden...

Das Buch wird natürlich auch von jemandem gelesen: Delilah hat es zufällig in der Schulbücherei entdeckt. Bei der ersten Berührung hat sie etwas gespürt, dass sich wie ein Stromschlag angefühlt hat. Sie musste es einfach ausleihen! Es hat sich zu ihrem Lieblingsbuch entwickelt, was vor allem daran liegt, dass die Hauptperson Oliver ohne Vater aufgewachsen ist. Fast genau wie sie, nur dass ihre Eltern sich haben scheiden lassen.
Nachdem Delilah das Buch schon ganz oft gelesen hat, bemerkt sie plötzlich ein ganz kleines Schachbrett auf einer Seite, das vorher noch nicht da war. Und der gezeichnete Oliver hat eine Nachricht in den Fels geschlagen?

Das Buch ist richtig schön gestaltet. Jede Geschichte hat eine andere Textfarbe: Das Märchen ist schwarz, Olivers Geschichte ist grün und Delilahs Geschichte ist violett. Bei jedem Kapitel steht aber nochmal drüber, aus wessen Sicht erzählt wird bzw. auf welcher Seite des fiktiven Buches das Märchen gerade ist. Zwischendrin sind immer mal wieder wunderschöne Illustrationen (von Yvonne Gilbert und Scott M. Fischer), die dem Buch nochmal eine besondere Note geben.

Das Thema ist ziemlich komplex, dafür aber sehr gut durchdacht. Wenn das Buch aufgeschlagen wird, setzt es sich immer zurück. Wenn also Oliver und seine Freunde bei geschlossenem Buchzustand Schach spielen und sich ein Schachbrett aufmalen, verschwindet das Schachbrett, sobald das Buch aufgeschlagen wird. Außerdem zieht es die Personen automatisch auf die richtige Seite, ob sie wollen oder nicht. Auf Seite 43 des fiktiven Buches beispielsweise kommt nur Oliver vor. Wenn das Buch auf dieser Seite aufgeschlagen wird, wird Oliver sofort auf diese Seite versetzt und kein anderer Charakter kann diese Seite betreten.

Wenn die Charaktere sprechen, formt sich ihr Mund automatisch (weil ihre Sätze ja schon vorgeschrieben sind). Die Stimme kommt auch von alleine aus ihrem Kehlkopf, der Leser hört sie aber nicht, sondern gibt den Charakteren eigene Stimmen in seiner Fantasie.


"Mein Herz zwischen den Zeilen" ist ein toller Roman für alle Buchliebhaber. Welcher Leser war denn noch nie in den Protagonisten verliebt? Das Lesen macht von Anfang an sehr viel Spaß und mir fiel es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Noch schwerer fällt es mir, es jetzt zurück in die Bücherei zu bringen. Wahrscheinlich wird jetzt ein noch nie dagewesener Fall eintreten und ich werde mir ein Buch kaufen, dass ich mir bereits ausgeliehen und gelesen habe...

Kommentare:

  1. Hallo liebe Lioba,

    eine sehr schöne Rezension! :)
    Ich habe das Buch vor einem Jahr im Urlaub gelesen und es hat mir gut gefallen.

    Ganz liebe Grüße,
    Hannah
    <3

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    1. Liebe Hannah,
      danke :) Das Buch ist einfach wunderschön!
      LG Lioba

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  2. Klingt gut! Bisher habe ich (fast) nur schlechtes gehört, aber so eine gute Rezi macht mir wieder mut^^

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    1. wirklich? Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Es ist sehr gut durchdacht, im Gegensatz zu einem anderen Buch mit ähnlicher Thematik, das ich gelesen hab ("Die wunderbare Welt der Sylvie"). Dieses Buch hab ich nie so wirklich kapiert. "Mein Herz zwischen den Zeilen" dagegen ist super durchdacht und alles ist schlüssig.

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  3. Ich will generell noch unbedingt ein Buch von Jodi Picoult lesen, bislang bin ich tatsächlich noch gar nicht dazu gekommen (Schande über mein Haupt...)
    Mein Herz zwischen den Zeilen steht auf jeden Fall auf meiner Wunschliste ;)

    Liebe Grüße
    Chrisi

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    1. Das war auch mein erstes Buch von ihr.
      Hoffentlich steht es auch bald auf deinem SuB - aber da dann nicht zu lange :)
      Liebe Grüße
      Lioba

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  4. Huhu :)

    schöne Rezi :) Mir hatte das Buch damals leider nicht so gut gefallen, aber ich fand die Illustrationen sehr schön :)
    Liebe Grüße von
    Mareike
    meinelesechallenges.blogspot.de

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    1. danke :) schade, dass dich das Buch nicht überzeugen konnte. Aber die Illustrationen sind wirklich toll :)

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  5. Oh man das Buch klingt voll gut bei dir :o Ich habe es vor einer Ewigkeit angefangen und habe es leider noch immer nicht beendet, weil ich es irgendwie langweilig fand. Aber ich habe gerade nicht wirklich Lust auf ein Buch und da es eh von ner Freundin ausgeliehen ist werde ich es mal weiter lesen xD

    Liebe Grüße,
    May

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    1. mir hat es gut gefallen, ich konnte es kaum aus der Hand legen.
      Dann drücke ich dir mal die Daumen, dass es dir vielleicht doch noch gefällt :)
      LG Lioba

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