Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert. ~ Nelson Mandela


[Seitensprung] Traum von der Zukunft

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25 Kommentare
Seit April ist das Thema "Abitur" überall gegenwärtig und wird so vielseitig präsentiert: Schriftliche Prüfungen, Kolloquium, Bekanntgabe der Abi-Ergebnisse, mündliche Nachprüfungen, Abistreich, Abizeitung, Zeugnisübergabe, Verabschiedung der Abiturienten, Abiball und so weiter. Über all diese Dinge wird man in der Regionalzeitung, am schulischen Vertretungsplan, über Facebook und auf diversen Blogs auf dem Laufenden gehalten. Für viele sind diese Berichte & Co. einfach nur ganz normale Dinge, denen man jedes Jahr wieder begegnet.

Und dann gibt es Leute, die das alles im kommenden Jahr vor sich haben. Die nur noch ein Jahr in die Schule gehen. Die jetzt die ältesten Schüler sind. Die sich gegenseitig um die guten Noten beneiden und so selbst noch den Leistungsdruck erhöhen. Die wehmütig auf die Zeit zurückschauen, in der man die Noten nach dem Schuljahr vergessen konnte. Die die Jüngeren müde belächeln, wenn sich diese über Schulstress, unfaire Noten, zu viele Tests, Hausaufgaben etc. beschweren. Die schon ganz genau wissen, was sie nach dem Abitur machen wollen, oder auch nicht. Diejenigen, die ein ganzes Schuljahr voller letzten Male vor sich haben: Das letzte Mal Sommer-, Herbst-, Weihnachts-, Faschings-, Oster- und Pfingstferien. Der letzte erste Schultag. Der letzte Schultanzwettbewerb. Das letzte Schulfest. Der letzte Wandertag. Der letzte Wintersporttag. Das letzte Schulkonzert. Die letzte Klausur. Die letzte Deutsch-Stunde. Der letzte Schulgottesdienst. Und schließlich das letzte Zeugnis. Das ABI-Zeugnis.
 

Es ist schon seltsam, wenn plötzlich der Jahrgang über dir schriftliche Abiprüfungen schreibt. Du weißt, schon nächstes Jahr ist dein Jahrgang dran. Die Abiturienten waren doch immer so alt und jetzt sind sie nur noch ein Jahr älter?
Du begegnest anderen Schülern, die du für älter als du gehalten hättest, aber das kann nicht sein, weil du jetzt zum ältesten Jahrgang gehörst. Die Beziehungen zu den Lehrern werden freundschaftlicher, sie veranstalten Kurstreffen und laden euch zu sich nach Hause ein. Auch im Unterricht sind sie nicht mehr so streng und lassen sich durchaus mal auf eine Diskussion ein. Du gibst Klausuren leer ab, weil du die Note nicht einbringen wirst. Die letzten zwei Jahre sind die besten – und ich bin mittendrin.

Ich genieße die Zeit. Ich genieße mein letztes Jahr Schule, das noch vor mir steht und gar kein ganzes mehr ist. Ich genieße das Wissen, dass in einem Jahr alles vorbei ist und ich danach für kein Fach mehr lernen muss, dass mich nicht interessiert. Ich genieße es, dass manche Lehrer uns erlauben, im Unterricht zu ratschen, Hausaufgaben zu machen, zu schlafen, und uns dann am Ende der Stunde drei Seiten im Buch nennen, über die sie in der nächsten Stunde ausfragen werden. Ich genieße Freistunden, die wir im KoZ (Kollegstufenzimmer), in der Stadt, zuhause oder ganz woanders verbringen dürfen. Ich genieße es, dass ich nach sieben Jahren an meiner Schule weiß, wie ich mich bei welchen Lehrern einschleimen kann. Ich genieße es, dass keine älteren Schüler verächtlich auf uns herabschauen. Ich genieße die Gegenwart.

Und gleichzeitig träume ich von der Zukunft. Ich beneide die Abiturienten, die nicht mehr in die Schule gehen müssen. Die volljährig sind. Die alleine Auto fahren dürfen. Die einen neuen Lebensabschnitt beginnen: Studium, Ausbildung, Aupair, Work&Travel, eine eigene Wohnung. Die das tun können, worauf sie Lust haben.

Auch wenn die Realität für viele anders aussieht – nicht jeder Abiturient ist Ü18, darf alleine Auto fahren, weiß, was er mit seinem Abi machen soll, kann tun und lassen, was er will, weil die Familie einem dreinredet, und so weiter –, ich habe einige Vorstellungen an mein Leben danach. Ich werde auf jeden Fall studieren. Mathe ist mein Favorit. Welche Uni? Keine Ahnung, vielleicht München, vielleicht Ulm, vielleicht Augsburg? Eine eigene Wohnung oder eine WG wäre ein Traum, aber kann ich mir das leisten oder ist auf Dauer Pendeln günstiger? Vielleicht komme ich mit einem der vielen unvergebenen Stipendien weiter. Und in der Zeit bis zum Studienbeginn? Geld ist nicht alles, aber es schadet nicht. Vielleicht suche ich mir wie mein Bruder einen Sommerjob und überbrücke so die Zeit. Vielleicht mache ich mich ein wenig auf Reisen – Amsterdam will ich unbedingt mal sehen. Zwei Monate (Juli/August) in Amsterdam und dort ein wenig jobben. Oder ich besuche meine Freunde in Frankreich und frische meine Französischkenntnisse wieder auf. Ich träume und träume und träume und freue mich auf die Zukunft.

Ich freue mich auf den Tag, an dem ich endlich mein Abizeugis in der Hand halten darf. Ich freue mich auf den Tag, an dem ich meine Sommerüberbrückungsaktivität beginne. Ich freue mich auf den Tag, an dem mein Studium beginnt. Und gleichzeitig genieße ich jeden normalen Schultag, der mir noch bleibt.

Und ihr? Gegenwart oder Zukunft? Genießen oder träumen? Wie habt ihr euer letztes Schuljahr erlebt? Oder welche Erwartungen stellt ihr an euer letztes Jahr? 

Schöne Ferien an alle NRWler und an alle anderen schon mal im Voraus – und nicht vergessen: Das Beste kommt zum Schluss ;)



Kommentare:

  1. Hallo :)

    Ich habe jetzt auch noch ein Jahr vor mir und ich habe ehrlich gesagt Angst. Zum einen muss ich darum bangen, ob ich überhaupt das Abitur schaffe, da mir Mathe und Physik ein bisschen die Noten versauen. Und ich weiß noch nicht genau, was ich danach machen soll und habe Angst, dass ich vielleicht nirgendwo angenommen werde und dann ohne irgendwas da stehe. Andererseits bin ich auch froh, wenn ich mit der Schule fertig bin. Nie wieder Klausuren, nie wieder ganze Wochenenden mit Bergen von Hausaufgaben verbringen müssen, nie wieder unnötiges Wissen, was ich nie wieder im Leben brauche. Und ich freue mich natürlich auch auf die Mottowoche und den Abiball <3
    Ich bin allerdings auch ein wenig beruhigt, da viele Schüler, die jetzt ihr Abi an der Schule gemacht haben, gesagt haben, dass die 12. Klasse stressiger war als die 13. und wenn man das vorletzte Jahr rum hat, man das schlimmste überstanden hat. Das hoffe ich.

    Liebe Grüße
    Jenni

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    1. Hey :)

      hmm, Angst ist mir im Zusammenhang mit der Zukunft irgendwie total fremd. Ich denke mir, wenn etwas nicht so klappt, wie ich mir das vorstelle, ist es wohl nicht das Richtige. Nie wieder Klausuren, das ist einfach traumhaft! Da hast du voll und ganz recht. Wir haben heute unsere letzte Klausur für dieses Schuljahr geschrieben, das einzige, was noch ansteht, ist die Seminararbeit, aber das geht auch noch :)

      LG Lioba

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  2. Hi,

    interessantes Thema, das mir so ähnlich momentan auch dauernd begegnet. Einerseits ist es in cooles Gefühl, langsam zu den Ältesten zu gehören. Andererseits ist es auch irgendwie beängstigend, gerade, wenn man noch nicht so recht weiß, was man nach dem Abi machen will.
    Nachdem jahrelang immer haufenweise Jahrgänge über einem waren, die ganzen "Großen", die viele Zeit, bis man sich Gedanken über die Zukunft machen muss, gehört man auf einmal selbst zu den Großen - und doch fühlt man sich gar nicht so groß. Auf einmal sind da gar keine Jahrgänge mehr über einem, stattdessen findet man sich selbst in den letzten Schuljahren wieder. Auf der einen Seite befreiend, auf der anderen Seite wünsche ich mir dann manchmal doch, Schule würde noch länger dauern, einfach weil ich mittlerweile weiß, dass diese im Leben noch die entspannendste Zeit ist. ^^
    Und doch ist trotz des Stresses und des Drucks die Oberstufe doch auch chilliger. Weshalb ich beschlossen habe, die letzte Schulzeit einfach nur neben dem Lernen auch irgendwie zu genießen, ehe der Ernst des Lebens ruft. ;)

    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Hey :)

      den Wunsch, Schule würde noch länger dauern, hab ich irgendwie gar nicht. Ich gehe gerne in die Schule und ich freu mich auch auf dieses letzte Jahr, aber ich finde, irgendwann reicht es doch. Ich möchte nicht mehr Sachen lernen müssen, die mich nicht interessieren. Ich möchte stattdessen das lernen, was mich fasziniert, auch wenn ich keine Ahnung hab, was ich damit anfangen soll (→ Mathestudium ;)).

      LG Lioba

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    2. In diesem Sinne würde ich dir auch zustimmen - Sachen zu lernen, die einen so gar nicht interessieren, ist irgendwie unnötig -, aber generell wird mir manchmal schon klar, dass die Schulzeit vielleicht trotz allem zu den entspanntesten Zeiten im Leben gehört. ;)

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    3. Ich weiß nicht so recht. Ich kann keinen echten Vergleich ziehen, weil ich bisher eigentlich nichts anderes außer Schulzeit kenne. Ich hab mal eine Woche Praktikum gemacht und es war echt entspannt, heimzukommen und einfach fertig zu sein, also nichts mehr tun zu müssen, was damit zusammenhängt. Gut, das ist nur ein winziger Ausschnitt aus dem Berufsleben und ich musste mich nicht abends noch um einen Haushalt kümmern, aber wenn man beruflich den richtigen Weg findet, bewirkt die Arbeit möglicherweise, dass selbst so was wie Putzen nicht mehr so schlimm ist, und im Gesamtpaket gesehen finde ich das durchaus besser als die Schulzeit. – Das hängt natürlich alles mit meiner Lebenseinstellung zusammen, ich sehe alles sehr optimistisch und ich will nicht davon ausgehen, dass die Zukunft stressig oder anstrengend wird ;)

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    4. Ich auch nicht - das lässt sich gerade alles nur auf meine Vorstellung und den Aussagen anderer Leute zurückführen. ;)

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    5. Heißt es nicht überall, man vermisst gewisse Dinge erst, wenn man sie nicht mehr hat? Das finde ich irgendwie so deprimierend, weshalb ich irgendwann mal entschieden hab, die Gegenwart zu genießen und der Zukunft positiv entgegenzublicken :)

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    6. ... weshalb ich mich entschlossen habe, auch die Schulzeit als nicht ganz so negativ zu betrachten. ;)

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  3. Man hat aber auch viele letzte Male zwischendrin, die einem bloß nicht so sehr auffallen, weil sie etwas sind, dass man in dem Moment nicht wirklich vermisst, aber man sich ganz komisch fühlt, wenn man darüber nachdenkt.

    Das letzte Mal im Babybecken plantschen. Das letzte Mal als Prinzessin verkleidet. Das letzte mal regelmäßig Kika gesehen. Wer denkt darüber schon nach?

    Ich glaube, hier ist es auch so, man hat bloß viel mehr Dinge, die aufeinander treffen und das Leben dabei durcheinander wirbeln. Das Dinge zu Ende gehen, das geschieht laufend, nur manchmal stellt einen das Leben besonders auf die Probe und überschüttet uns nebenbei auch noch mit wichtigen Entscheidungen für die Zukunft.

    Ich fühle mich leer, wenn ich daran denke, dass ich mir für nächstes Jahr vorgenommen habe, Chemie und Biologie vierstündig zu packen. Egal. Erst mal Sommerferien. Übrigens, man kann, "Das beste kommt zum Schluss" auch ummünzen in "Die besten kommen zum Schluss." -das gilt dann auch für Ba-Wü ;-)

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    1. Du hast sicher recht, aber das Abi ist etwas, worauf man 12 Jahre lang hinarbeitet. Und diese ganzen letzten Male sind wie Meilensteine, die du abläufst, bis zum großen Ziel. Ich denke, gerade das letzte Schuljahr steht für die gesamte Schulzeit. In den 12 Jahren arbeitest du immer auf die Sommerferien hin und kommst dann immer ein Jahr näher an deinen Abschluss. In der 12. klapperst du die Ferien ab und stehst am Ende mit deinem Abizeugnis da. Weißt du, was ich meine?

      Habt ihr nicht schon am Donnerstag den ersten Ferientag?

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    2. Das stimmt schon. Aber das verrückte ist, dass alle einem vom Abi reden und einen auf diesen einen, zugegeben grandiosen Abschluss hinrennen lassen, obwohl jeder genau weiß, dass es hinterher ja noch weitergeht und das Hamsterrad Schule eben vom Hamsterrad Leben und Studieren und irgendwann von Abeit und Familie abgelöst wird. Es gibt immer irgendeine Zukunft und letzte Male. Da lobe ich mir doch die Gegenwart :D
      Ich bemühe mich jetzt einfach, die nächsten drei Wochen einen Roman zu schreiben, öfter mal schwimmen zu gehen und freue mich auf die Fahrradwallfahrt an der ich zu Ferienbeginn teilnehme.
      Das ist doch viel konkreter als so ein Abi, oder? Ich finde das Gefühl eher furchtbar, zwei Jahre sind zu kurz um es auszublenden und zu lang um das Abi in greifbarer Nähe zu haben. Frustrierend, vor allem, weil ich mich jetzt schon mit Gedanken an das nächste Schuljahr plage. Punkte, Punkte, Punkte sammeln. Meh. (Okay, ich mach mir nur Stress, weil ich ein Einskomma Abi will und wenn es eine bekloppte, knappe 1,9 ist, weil ich weiß, dass ich das kann. Ich beneide die Leute, die in der Lage sind, sich einzueden, dass sie einfach nicht talentiert genug sind)

      Das ist wie bei Harry Potter, am Anfang geht es immer nur um Hausaufgaben und Strafarbeiten und irgendwann merkt man, dass es bald um Voldemort geht ;-)
      Aber im Rückblick stelle ich immer wieder den Zauber fest, dass es eben zwischendrin irgendwann noch das normale, alltägliche Leben war und nicht immer nur das hinarbeiten auf ein bestimmtes Ziel. Viele Filmkommentatoren auf YouTube beklagen sich immer darüber, warum Dumbledore so doof ist und Harry a) ernsthaft bei seinen Verwandten leben lässt und b) warum er Harry nie wirklich was verrät, aber Harry war ja gerade deshalb in seinen ersten Schuljahren so glücklich, weil er zu schätzen wusste, was er von Hogwarts hatte und weil er nicht ständig unter dem Druck stand, dass er eines Tages Voldemort gegenüberstehen würde. Übrigens, ein wunderbares Beispiel, warum Harry Potter so eine´schöner Vergleich zum echten Leben ist. Egal wie wichtig das Ende nämlich ist, die Ferien zwischen der achten und neunten Klasse waren toll (die letzen Sommerferien habe ich praktisch nur gebloggt, die waren eher ein...fail). Jedes Jahr Skifahren toll. Jede einzelne Balletstunde, die überhaupt nichts mit dem Abi zu tun hatte, jede Chorprobe und die meisten Schulstunden waren nicht nur für das Abi. Wenn ich mich so sehr in diese eine Richtung, nämlich Abi orientieren würde, würde ich nicht mehr Leben. Also. *Arme verschränk*

      Ja, aber die zwei Tage kann man ruhig ignorieren. *Arme andersrum verschränk*

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    3. Nun ja, das Abi ist nun mal kein unbedeutendes Ereignis im Leben. Ungefähr 12 Jahre sitzt man in der Schule, das sind 2/3 deines Lebens, wenn du dann fertig bist. Und danach stehen dir so viele Möglichkeiten offen, das ist so, wie wenn dir ein neues Leben geschenkt wird. Du darfst irgendwo neu anfangen, das zu tun, was du willst. Ist das dann noch so verwunderlich, dass alle darauf hinfiebern und das Ende ihres Schullebens richtig feiern?

      Im Moment sind deine Pläne für dich konkreter als ein Abi für dich. Allerdings ist z.B. die Fahrradwallfahrt etwas, was (aller Wahrscheinlichkeit nach) kaum Auswirkungen auf deine Zukunft haben wird. Ich finde, man muss auch die Relation sehen.

      Warte es nur ab, wenn der Jahrgang über dir (also ich) Abi macht, ist das Abi auf einmal sehr greifbar, auch wenn es bis dahin noch ein ganzes Jahr dauert. Die Zeit in der Oberstufe rast nur so vor sich hin, in Gedanken hab ich schon meine Seminarbeit abgegeben und wenn es soweit ist, dann steht das Abi quasi vor der Tür!

      Punkte sammeln, das kommt mir bekannt vor. Wobei ich mittlerweile nur noch in den Fächern richtig gut sein will, die ich auch mag. Wenn mich ein Fach überhaupt nicht vom Hocker reißt, geb ich mich mit einer mittelmäßigen Note zufrieden, weil ich weiß, dass ich das mit den anderen Fächern wieder ausgleiche. Ich hab mir kein konkretes Ziel gesetzt, so gut wie möglich halt und ich strenge mich überall an, sodass ich überall meine bestmögliche Punktzahl bekomme. Wenn ich mir ein konkretes Ziel setze und nicht erreiche, bin ich enttäuscht, auch wenn der Schnitt gut ist.

      Du wolltest unbedingt wieder einen Bezug zu Büchern auf meinem Blog herstellen, oder? :D
      Ich mein ja gar nicht, dass man sich nur aufs Abi konzentrieren soll und sonst nichts mehr tun. Im Gegenteil, ich mach so viel neben der Schule, da läuft es manchmal darauf hinaus, dass ich erst in der Früh im Bus Hausaufgaben mache, weil ich es anders nicht unterbringe. Ehrlich gesagt hab ich die Schule früher sogar wichtiger genommen, da war ich vormittags in der Schule und hab am Nachmittag Hausaufgaben gemacht und für andere Dinge war kaum noch Zeit (außer Schwimmtraining, da bin ich konsequent immer hingegangen). Und jetzt komm ich von der Schule heim, mittags, nachmittags, manchmal sogar erst abends, meistens hab ich dann noch irgendeinen Termin und wenn ich Glück hab (bzw. wenn sich der winzige Rest Disziplin und Pflichtbewusstsein, der noch in meinem Kopf geblieben ist, durchsetzen kann ;)), setze ich mich zuhause noch an den Schreibtisch. Schule ist meine hauptberufliche Nebentätigkeit. Meine nebenberufliche Haupttätigkeit ist Leben. Und ich freue mich schon richtig richtig fest darauf, meine hauptberufliche Nebentätigkeit in etwas umzuwandeln, woraus ich dann meine hauptberufliche Haupttätigkeit machen kann, also etwas, das mir so viel Spaß macht, dass ich meine gesamte Energie dafür einsetze, dass es gelingt.

      Das denkst du dir so... dann geh doch mal die zwei Tage noch in die Schule und sag mir dann, ob man die ruhig ignorieren kann :D

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    4. Ja, aber momentan kann ih ja noch nicht feiern. Momentan muss ich das ganze Ding eher ausblenden, weil ich es sonst nicht aushalte. Und ich zweifle immer noch daran, dass ich jemals ganz frei sein werde. Ich habe danach viel Zeit klar, aber irgendwann kommt doch ein Studium... und dann das Arbeitsleben. Ich glaube, ich werde die Schule ziemlich vermissen, wenn ich weg bin. Also genieße ich sie, solange sie noch da ist und werde lieber nicht erwachsen. Sonst packe ich es auch nicht, die Ideen umzusetzen, die ich umsetzen will.

      Ja, es hat null Auswirkungen, das ist ja das Beruhigende. Manchmal sollten Dinge keine Auswirkungen auf den Rest des Lebens haben. Ja. Und ich will noch einiges tun, bevor ich mein Abi habe. Insofern, dass ich noch eine vollständige Geschichte schreiben.

      Und wenn ich meine Disziplin wiederfinde, bevor ich aufs Abi hinfiebere, dann habe ich schonmal bessere Chancen. Das Leben, das auf mich zukommt, wird ziemlich chaotisch, also will ich mich noch ein bisschen mehr anspannen. Ich hab schon so ziemlich nachgelassen. Ich bin so eine, ich finde das ja schon furchtbar, wenn Chorprobe ist und ich etwas im Unterricht verpasse. Ich bräuchte auch einen Zeitumkehrer, wie Hermine. (und ja, ich werde dafür sorgen, dass du dich erinnerst, was Libramor bedeutet, gell?)

      Das Blöde ist, wenn du hauptberuflich Bücher schreiben willst, eigentlich deine ganze Energie da reinstecken willst, dir aber unsicher bist, ob das wirklich ein Broterwerb daraus werden kann oder nichts. Und wann habe ich die Zeit zum Schreiben, wenn nicht jetzt? Während des Studiums? Wenn ich arbeite und abends um sechs Uhr total fertig heimkomme? Nach der Schule? Wann?!?

      Ja, die kann ich ignorieren. Wenn du meine Lehrer kennen würdest... die schauen jetzt schon z.T. nur noch Filme. Gestern hat unser GK-Lehrer ernsthaft mit meiner Klasse das Interview von LeFloid mit Angela Merkel analysiert und das auch noch als seriösen Unterricht verkauft.

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    5. Man ist immer so frei, wie man sich selbst erlaubt, frei zu sein. Mein Ziel ist, einen Beruf zu finden, der mir so viel Spaß macht, dass ich nie mehr arbeiten muss, also dass der Beruf für mich wie ein Hobby sein wird. Das ist meine Definition von Freiheit. Wenn man das machen kann, was man wirklich will. Klar, von irgendwoher wirst du immer irgendwie eingeschränkt, aber es kommt auch darauf an, was man daraus macht.

      Hmm, das will ich ja gar nicht leugnen, aber ich meinte, in Bezug auf die Tatsache, dass das Abi etwas ist, was unmittelbare Auswirkungen auf die Zukunft hat, hat es durchaus seine Berechtigung eine längerfristige Angelegenheit zu sein. (Was für ein Deutsch!?)

      So ein Zeitumkehrer wäre durchaus praktisch, da stimm ich dir zu. (Ich merk's...) :D

      Siehst du, deswegen will ich keine Bücher schreiben, weil ich die Zeit dazu nie finden werde :D

      Also bei uns findet noch relativ viel normaler Unterricht statt. In Französisch zum Beispiel haben wir heute noch eine Lektüre begonnen. Aber es geht jetzt auch bei uns langsam dem Ende zu :)

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    6. Ich sehe das realistisch. Selbst das Schreiben, das mit Spaß macht, ist auch in gewissem Maße Arbeit, selbst wenn ich male, muss ich mir Mühe geben, wenn ich nicht schon wieder etwas unvollendetes erschaffen will. Ich glaube, der Spruch "Von nix kommt nix" ist wahr, und klar, kann man auch Spaß bei der Arbeit haben, aber man wird es nicht immer haben, selbst der tollste Job wird mich sicherlich irgendwann frustrieren.

      Seine Berechtigung, ja. Und ich sehe es eher so, dass die vorherigen Jahr die Grundsteine für das Abi gelegt wurden. Aber das Abi ist nicht der einzige Grund, warum man in den vorherigen Schuljahre in die Schule gegangen ist. Es ist eher so, dass das Abi dazu da ist, um zu prüfen, ob die vorherigen Jahre etwas gebracht haben. Unterm Strich ist jedes einzelne verdammte Schuljahr im Leben wichtig. Und klar, Wortklauberei, denn das denkst du ja auch, aber ich lerne ja nicht für's Abi, sondern das Abi ist wegen dem Gelernten da. Und selbst wenn ich das Abi versaue, kann ich theorethisch trotzdem alles, was ich gelernt habe. Das wäre mir sogar wichtiger, wenn ich ehrlich bin. Manchmal frage ich mich, ob ich nicht vielleicht mit einem mittelmäßigen Abi besser dranstünde, weil ich dann nicht die volle Entscheidungsfreiheit hätte und mir besser überlegen müsste, was genau ich studieren will. Aber dann schwenke ich doch um, nee, ich brauche wirklich gute Noten.

      Der Tag bräuchte dreißig Stunden.

      Aber wenn man es nicht einmal versucht? Von nichts kommt nichts.

      Unterricht ja. Wichtiges? Nein. Heute haben wir ab der fünften (Englisch, Reli und Deutsch liefen noch normal ab) Stunde nur noch Scheiß gemacht :D
      Zuerst den Film "Gladiator" in Latein, dann zumindest normaler Geschichtsunterricht, in der Mittagspause habe ich im Chor Pizza gegessen, statt zu singen, im Matheunterricht haben wir Capri-Eis gegessen und bei meinem liebsten Physiklehrer Herrn F haben wir Kabarett geguckt...

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    7. Beim Schreiben bin ich auch irgendwann genervt, aber bei Mathe ist mir das noch nie passiert. Klar, ich hatte durchaus ab und zu mal ein paar Schwierigkeiten und ich hab auch schon die ein oder andere Fünf geschrieben, aber ich liebe es einfach, logische Rätsel zu lösen. Und selbst wenn ich irgendwann bei einer Arbeitsstelle lande, die nicht meins ist, kann ich locker wechseln, weil Mathematiker gefragt und in vielen Bereichen tätig sind, auch weil sie Probleme gut lösen können, selbst wenn sie nichts mit Mathe zu tun haben.

      Naja, aber das meiste, was ich in der Schule gelernt habe, werde ich nie wieder brauchen. Ich denke, die Schulzeit ist hauptsächlich zur Interessensbildung da. In der 9. Klasse in Bio zum Beispiel, da mussten wir Merkmale für eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion lernen. Ich hab sie damals schön gelernt, in der Ex eine gute Zwei geschrieben und danach alles wieder vergessen, weil wenn es mir nicht gut geht, gehe ich zum Arzt und diagnostiziere nicht selber an mir rum. Aber bei dieser Lernerei hab ich gemerkt, dass es zwar ganz interessant ist, was so ein einzelnes Organ bewirken kann, aber es mir ehrlich gesagt so ziemlich egal ist → Medizinstudium aussortiert.

      Abgesehen von der Interessensbildung wirst du auf dem Gymnasium aufs Studium vorbereitet (besonders in der Oberstufe). Wenn du zwei Klausuren in einer Woche plus sämtliche Exen und Ausfragen hinter dich bringen musst, probierst du die ein oder andere Lernmethode aus. Die, die sich als am effizientesten erweist, behältst du bei und wendest du auch im Studium an, wo du wahrscheinlich keine Zeit mehr für solche Experimente hast.

      Das Abi ist wegen dem Gelernten da? Ich weiß nicht so recht. Ich glaube, das dient wirklich nur dazu, um uns studierfähig (also zu Lernmaschinen) zu machen, und deshalb lernen wir von Anfang an nur aufs Abi. Denn ganz ehrlich: gäbe es keine Noten, würde ich wirklich nur das lernen, was mich interessiert und was mir leicht fällt. Und damit würde ich mir einiges verbauen, weil mich in zwei Jahren vielleicht ganz andere Sachen interessieren, aber das merke ich dann ja nicht, weil ich das eh nicht lernen (und wahrscheinlich auch nicht im Unterricht aufpassen) würde.

      Erlebniserzählungen (6. Klasse Deutsch :D) & Co. finde ich furchtbar. Das ist echt paradox. Ich lese unglaublich gerne erfundene Geschichten und ich mag kaum Sachbücher oder so, aber ich hasse es, selbst Geschichten zu erfinden und schreib echt gerne irgendwelche Sachtexte :D

      Also wir haben in Deutsch heute noch sehr ernsthaft Büchners "Woyzeck" weiter auseinandergenommen. In Französisch haben wir unsere Lektüre fortgesetzt und in Chemie haben wir einen Versuch gemacht. Und in Latein haben noch zwei Leute Referate gehalten. Der Rest ist ausgefallen, aber das liegt nicht am Schuljahresende, sondern die Lehrer waren entweder krank oder anderweitig abwesend, aber das ist unterm Jahr auch öfter mal vorgekommen.

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    8. Logische Rätsel machen mir mehr Spaß als Matheunterricht. Ich wünschte, man würde in der Schule mehr mit Computerprogrammen machen, und das würde dann in die Mathenote zählen :'D mit so etwas komme ich irgendwie besser klar. Weil das irgendwie eine Kreuzung aus Sprache und Logik ist. Überhaupt, am besten sollte man eine neue Art von Klassenarbeiten in Mathe einführen, es ist nämlich so, dass ich das ganze Prinzip verstehe, aber dann vor der Arbeit sitze und mir klar wird, dass ich bei irgendeiner Kleinigkeit nicht mehr weiß, wie ich weitermachen soll und ich genau weiß wie ich weitermachen will, bloß mir fehlt ein einzelner Baustein. Das ist immer total ärgerlich.

      Du willst also definitiv nicht Medizin studieren? Das dagegen könnte ich mir gut vorstellen... wenn mir bloß meine Mathenote nicht das Abi versaut :P

      Ich glaube nicht, dass es allein um Interessensbildung geht. Zum Beispiel lernt man, selbst wenn man Mathematik an sich später meistens nur in ihrer rudimentärsten Form braucht (Bruchrechnen, Einmaleins, Dreisatz, einfache Formeln) logisches Denken. Das verstehe ich ja schon. Und ansonsten übrigens, Allgemeinwissen. Sehr vieles, was man in der Schule lernt, ist einfach Allgemeinwissen, ein paar Brocken wird man immer behalten. Das, was man eben später haben will. Geschichtsunterricht und Gemeinschaftsunterricht sind quasi verkappte Staatskunde für Demokraten, damit wir auch ja brave Bürger dieser Gesellschaft werden. Was ich an sich nicht schlecht finde, irgendwo muss man ja darüber reflektieren, in was für einem Land wir leben und warum. Selbst im Deutschunterricht lernt man ja spätestens ab der achten Klasse nicht mehr bloß die Sprache und deren Regeln an sich, sondern auch übehaupt, in gewählten Worten zu argumentieren (wie in Gemeinschaftskunde, aber da diskutiert man ja noch häufiger in der Klasse). In fast jedem Fach kann man auch Dinge lernen, die über bloßes Faktenwissen und den Unterrichtsstoff bzw. die Unterrichtsfertigkeiten hinausgehen.
      Zumindest SOLLTE man all das lernen. Und ich glaube nicht, dass das alles nur für's Abi ist, oder für's Studium, ich fände das sogar ziemlich gefühllos, weil das tatsächlich bedeutet, dass wir von vornherein darauf abgerichtet werden, einmal die deutsche Volkswirtschaft anzukurbeln. Es würde ja sonst auch keine Real- und Hauptschulen geben oder? (Pardon, die heißen ja jetzt Werkrealschulen und Mittelschulen und Gemeinschaftsschulen, oder wie war das?)
      Dann wäre es auch praktisch unmöglich, die Schule abzubrechen.

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    9. (Und weiter im Text. Weil Blogger keine überlangen Kommentare annimmt)
      Ich glaube, selbst wenn es keine Noten gäbe, würde ich trotzdem Mathe lernen. Und vielleicht sogar mit mehr Erfolg, weil ich dann nicht mehr so frustriert deswegen wäre. Ganz ehrlich, ich finde es sogar furchtbar, überhaupt irgendwas abwählen zu müssen... wie gesagt, Zeitumkehrer... ich würde so gerne Physik rausschmeißen.
      Ich glaube, es ist dazu da, um zu überprüfen, ob wir wirklich etwas gelernt haben, in den letzten Jahren. Wenn es nur um die Paukerei ginge... in Bayern macht man euch vielleicht tatsächlich zu Lernmaschinen, aber woanders ist anders ;-)
      Okay, ernsthaft, ich denke, klar, man muss das Lernen lernen, aber nehmen wir an, du machst nach der Schule ein Auslandsjahr, dann bst du aus dem Lernen auch ganz schnell wieder komplett raus, also ist es auch Pustekuchen mit dem Lernen. Das wäre absurd, weil mit dem Abi kannst du ja auch dann noch studieren gehen, wenn du dich nicht unmittelbar danach bei der Uni bewirbst (auch wenn das dann eine laaange Wartezeit wird) und da bist du vielleicht nicht mehr ganz so eloquent und mathematisch fix wie unmittelbar nach dem Abi.
      Ich habe es geschafft, in den letzten vier Jahren immer noch irgendwie mit Biegen udn Brechen eine zwei in Mathe zu schreiben, ohne wirklich mir die Grundlagen einzuprägen, die ich momentan in Mathe bräuchte. Dieses Jahr wird es eine drei. Also, es ist nicht bei jedem so, dass gute Noten etwas darber sagen, ob man sich den Stoff auch gemerkt hat. Dabe habe ich sogar nicht einmal auf Bulimielernen gesetzt wie meine Klassenkameraden, sondern es eher so aufgefasst, dass ich im Unterricht aufmerksam bin und nicht direkt für die Arbeit lerne, sondern versuche, den Stoff an sich zu verstehen. Bis zu diesem Schuljahr hat das für gute Noten gereicht. Auch in Physik und Chemie.
      Bei uns heißen Exen Kurztests und finden selten statt und Ausfragen in dem Sinne gab es nur in Form von Vokabelabfragen in Latein und eine zeitlang in Englisch. Ich wünschte, wir würden auch mehr Kurztests und weniger Arbeiten schreiben, dann könnte man tatsächlich einzelne Fertigkeiten und nicht einen ganzen Themenblick einmal bewerten. Wenn man, wie du sagst, im Studium tatsächlich keine Zeit für Lernexperimente hat, dann würde glaube ich einiges schiefgehen. Was, wenn manche Lernmethoden im Studium nicht funktionieren? Ich glaube, es wird für mich z.B. nicht mehr funktionieren, nur noch aufzupassen, denn bei mir gehört auch dazu, dass ich Fragen stelle, ich müsste dann auch meine Fragen selber notieren und später herausfinden, weil ich den Professoren wahrscheinlich noch selten Fragen stellen kann.
      Gerade wenn Schule nur zur Interessensbildung da wäre, könnte man ja auf Noten verzichten, ich glaube nämlich kaum, dass die meisten meiner Klassenkameraden sich überhaupt wirklich für den Stoff interessieren. Ich habe den Eindruck, dass so einige einfach nur versuchen, mit ihren Vierern durchzukommen, besonders einige Jungs. Das liegt auch an den Lehrern, aber wenn die Lehrer diese Aufgabe überhaupt nicht erfüllen können und das der Zweck der Schule wäre, dann würde die Schule ihren Zweck verfehlen. Ich glaube, man kann durchaus richtig aufpassen, aucb ohne Noten. Wenn man endlich mit industriellem Fließbandunterricht aufhören würde. Ich finde es schon absurd, weil momentan ist Schule ja wirklich wie ein Fließband, du bist zwölf Jahre alt und in der sechsten Klasse, deswegen lernst du jetzt Bruchrechnen. So wie bei Fabriken, das Produkt ist jetzt in der soundsovielten Reihe und wird deswegen von Maschine X bearbeitet und bekommt deswegen die und die Bearbeitung.

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    10. (Ich habe eine Theorie, wonach Blogger höchstens Kommentare annimmt, die genauso lang sind wie der Post :P)
      Was wäre, wenn man einfach bestimmte Dinge lernen MUSS aber sich entscheiden kann, wann, je nachdem wie sehr es einen interessiert? Klar, in Mathe wäre ich deutlich weiter zurück, wenn ich anders lernen würde, aber auf diese Weise würden sich die Rückstände bei mir inzwischen nicht so sehr anstauen, dass ich merke, ich müsste eigentlich extrem viel nachlernen um das gut zu können, was ich einfach nicht will. Ich könnte dagegen in anderen Fächern schon viel, viel weiter sein, wenn meine Klassenkameraden nicht so irre im Rückstand wären. In Deutsch, Geschichte, Gemeinschaftskunde, Biologie und bis vor kurzem auch in Chemie (dieses Jahr hat sich dieser Umstand ziemlich relativiert, kein Kommentar) weiß ich immer noch Dinge, die im Unterricht noch gar nicht drankamen. Ich wäre zum Teil schon letztes Jahr für manche Dinge bereit gewesen, die ich dieses Jahr lerne, bin dafür eben in Mathe noch gar nicht so weit. Und das finde ich nicht richtig. Ich will eigentlich Mathenachhilfe, aber wegen meinem ansonsten einwandfreien Schnitt wäre mir das irgendwie peinlich. Ich meine damit nicht, dass ich den Stoff nicht verstehe, aber ich habe kein Übung und bin in Klassenarbeiten deswegen immer doch überfordert, weil mich die Ausnahmen überrumpeln. Und es ist doch absurd, dass man Physiknoten mit Musik ausgleichen kann und umgekehrt, oder? Klar, natürlich kann man zwischen allen Fächern Bezug herstellen, aber nehmen wir an, ich hätte eine fünf in Mathe, könnte ich sie noch so sehr mit einer eins in Deutsch oder Englisch ausgleichen, könnte aber trotzdem nicht zwei und vier zusammenzählen (also, wie du es nennst), oder?

      Klar, wir reden (schreiben) gerade aneinander vorbei. Ursprünglich ging es mir ja eigentlich nur darum, dass ich es nicht so empfinde, dass ich all die Jahre nur aufs Abi hingefiebert habe. Oder auf die Sommerferien. Ich habe einfach jahrelang irgendwo dazwischen gelebt.
      Das einzige, was mir wirklich auffiel, war dass die Abiturienten jünger wurden... ah, halt :D (da hast du schon recht, das ist wirklich komisch)
      aber ich habe erst dieses Jahr wirklich angefangen, mir klar zu machen, dass ich wirklich Abi schreiben werde. Ich fiebere erst seit diesem Jahr, ich zittere erst seit diesem Jahr und in der fünften Klasse habe ich wirklich wenige Gedanken darauf verwendet, dass ich Abi schreibe. Dass ich mal in der Kussstufe bin. Erst im zweiten Halbjahr, als die Abiprüfungen stattfanden und es wirklich nur noch diese unwirklichen zwei Jahre waren, die dazwischenstehen. Außerdem hat mich Dramatik in deinem Post ehrlich gesagt ein bisschen genervt. Wenn ich ehrlich bin. Ich glaube, das ist typischer journalistischer Schreibstil, der macht aus allem ein Drama. Schlecht ist das nicht, aber irgendwie juckt es mich da.

      Sachtexte? Naja, wenn man das, was du auf deinem Blog schreibst als Sachtexte bezeichnen könnte :D also dieser Posts und der "Stell dir vor"-Post jedenfalls nicht...

      Nee, da sind wie anders gestrickt. Liegt aber auch an unserem Schulleiter der hat Notenabgaben und Konferenzen schon viel zu früh angesetzt, also beides war schon, dabei haben wir jetzt noch die ganze letzte Woche halbherzig und die nächsten anderthalb Wochen, in denen fast jeden Tag irgendein Projekt oder irgendwo ein Ausflug ist. Ich gehe zum Beispiel noch drei Tage wieder auf ein Politikseminar, zur Vorbereitung auf eine Podiumsdiskussion, bei der ich mitmoderiere.

      Wir hatten halt in einigen Fächern z.T. schon die allerletzten Stunden, zum Beispiel in Chemie und Erdkunde, weil das vierzehntägiger Nachmittagssunterricht ist. Bei euch in der Kursstufe geht aber noch alles bis zu bitteren Schuljahresende habe ich gehört?

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    11. Das ganze Theater natürlich nur, weil ich eine rechthaberische Bestie bin und immer das letzte Wort haben muss :P

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    12. Unverschämtheit von Blogger nur so kurze Kommentare zu erlauben. Moment mal. War das gerade eine indirekte Aufforderung an mich, in Zukunft längere Posts zu schreiben? :D

      Medizin würde ich nur studieren, weil ich dann mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit ein Volontariat bei meiner Wunsch-Redaktion bekommen würde, weil man mit einem Medizinstudium für die Redaktion interessant ist. Aber Mathe wird hoffentlich ausfallend genug sein, falls ich tatsächlich ein Volo in Erwägung ziehen werde...

      Du kannst schreiben, was du willst, bei manchen Bereichen seh ich nicht ein, wozu Allgemeinwissen nützlich ist. Außer man sitzt bei Günther Jauch.

      Nun ja, aber es ist eine Tatsache, dass du dir schwerer tust, wieder mit dem Lernen anzufangen, wenn du mal eine Pause eingelegt hast, was die meisten nach dem Abi tun. Ich glaube aber, das haben (zumindest die bayrischen) Politiker nicht bedacht, als sie das G8 eingeführt haben, weil viele dann einfach noch nicht wissen, was sie mit ihrem Abi anstellen sollen.

      Dadurch dass es aber Noten gibt, werden wir quasi gezwungen, uns für den Stoff zu interessieren. Und so erweitert man seinen Horizont und entdeckt vielleicht tatsächlich neue Interessensgebiete.

      Da geb ich dir tatsächlich Recht, dass es nicht sein kann, dass man in einem Fach total unterfordert ist und schon bereit für den Lernstoff wäre, der erst in zwei Jahren kommt, und man in einem anderen Fach aber total hinterherhängt. Da stimmt definitiv was nicht mit unserem Bildungssystem.

      Physik mit Musik ausgleichen oder Mathe mit Deutsch, das geht bei uns nicht. Wir können aber Profilfächer (bei mir Fotografie, es gibt aber noch ein paar andere) und Sport zum Ausgleichen verwenden. Macht abgesehen von besseren Noten aber tatsächlich keinen Sinn.

      Naja, stimmt schon, das Abi war immer so meilenweit entfernt und jetzt steht es quasi vor der Tür, und ich hab auch nicht immer nur aufs Abi hingefiebert, wahrscheinlich kam das tatsächlich erst mit dem Beginn der Oberstufe, aber dafür steht es jetzt wirklich im Mittelpunkt. Okay, schon gut, ich werde wieder dramatisch :D

      Nein, mit Sachtexten mein ich wirklich so schlaue Texte, wo man gar nicht lesen will, weil man da ja evtl. etwas dazu lernen könnte :D Also so was wie meine Seminararbeit und so :)

      Unser Notenschluss war erst in der letzten Schulwoche oder so. Genau wollte uns das niemand sagen, aber jeder Lehrer meinte, dieses Jahr wäre er schon extrem spät. Gut, man muss dazu sagen, dass in den letzten Jahren die Begeisterung der Schüler anscheinend immer mehr abgenommen hat, was die Gestaltung der letzten Schultage anbelangt und mit den Konsequenzen müssen wir jetzt halt leben. Aber eigentlich hatte ich schon eine Woche früher Ferien als alle anderen aus meinem Jahrgang :D

      Tjoa, und ich nutze die Zeit, in der du weg bist, weil ich dann in Ruhe deine Kommentare beantworten kann, ohne dass ich damit rechnen muss, in fünf Minuten eine neue Antwort zu schreiben :P

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    13. Das mit den längeren Posts in Zukunft wird wohl nix :D

      Seit ich bei der Uni Ulm war und "Inside Wikileaks" gelesen habe und dazu mehrere Computerzeitschriften und Blogs bin ich ja total für Informatik entflammt (Kurz nach der JMT. Wie schnell die Zeit vergeht...) ich glaube außerdem, dass es realistisch ist, weil ich das in der Schule im NWT Unterricht ständig immer wieder hatte. Und man kann mit Informatik so viel anstellen! Auch wenn es natürlich auch Nachteile hat, weil alle paar Jahre die Technik die man benutzt hatte, schon wieder veraltet ist und man investieren muss, um im Rennen zu bleiben.

      Allgemeinwissen kann immer helfen. Gerade wenn man Journalist werden möchte. Es hilft bei Bewerbungsgesprächen, weil du eine größere Chance hast, über jedes Gesprächstheme reden zu können.

      Stimmt, die wenigsten wechseln schon mit siebzehn, achtzehn direkt auf die Uni und wissen ganz genau, was sie mal werden wollen.

      Interessierst du dich für Diabetes, nur weil du es in Bio durchnimmst? Sorry, aber ich glaube, es gibt Themen, bei denen "Interesse" vielleicht nicht ganz treffend ist...

      Und dann muss man die unterschiedlichsten Themengebiete, egal in welchem Fach möglichst in 45 oder 90 Minuten unterbringen, obwohl klar ist, dass man bei Sprachen und Mathe eigentlich jeden Tag üben müsste, während man Biologie und Chemie auch Blockweise über mehrere Stunden als Tagesprojekt abhandeln könnte. Das klingt fast Waldorfschulmäßig, aber es gibt schon ein paar Dinge, die überholt sind. Das 45-Minuten-System stammt noch aus Preussen! Ich finde allerdings Frontalunterricht nicht schlecht. Da ist man definitiv produktiver, als wenn man sich eine Stunde lang hinsetzt und dann nicht weit kommt, weil man eine Schnarchnase (meist männlich) in seiner Gruppe hat, die nicht kooperativ ist und nichts beiträgt. Ich finde aber, schwache Schüler sollten nach einer Stunde länger Zeit haben, noch die Aufgaben zu bearbeiten, die sie nicht geschafft haben und dem Lehrer fragen zu stellen. Ich finde das absurd, wenn ich in Mathe die Hälfte nicht schaffe, während andere vor Ende der Stunde fertig sind und zu Hause hocke ich da und kapiere es auch nicht, weil ich die Lehrerin nicht mehrr fragen kann. Und dass wir Schüler den Unterricht uns nochmal im Internet erklären lassen, sollte eigentlich auch nicht der Sinn und Zweck der Schule sein.

      Ich glaube, das geht bei uns auch nur bis zur Zehnten Klasse. Momentan weiß ich gar nicht mehr, was man alles wie auslgleichen kann.

      Wenn es um Märchen geht, stelle ich es mir eher philosophisch als sachlich vor...

      Bei uns war er extrem früh. Aber das weiß ich auch nicht mehr so genau, es liegen Wochen und Monate dazwischen...

      Wie du siehst, musst du erst Monate später eine Antwort schreiben :-)

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