Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert. ~ Nelson Mandela


Über mein Leseverhalten und was mein Blog daraus gemacht hat

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10 Kommentare
Es ist nicht leicht, Abschied zu nehmen. Einen Schlussstrich zu ziehen. Aber es ist nötig. Ich krebse hier schon eine ganze Weile rum, ohne irgendwie mal etwas Gescheites zu posten. Lauter Tags, zwischendurch ein paar Versuche, meinem Blog neues Leben in Form von neuen Inhalten einzuhauchen, aber nur zu allen heiligen Zeiten.
Ich glaube, ich wusste es schon immer. Ich wusste von Anfang an, dass das Buchbloggen (insbesondere das Rezensieren) nichts für mich ist. Und gleichzeitig wollte ich es nie wahrhaben. Ich dachte, da gewöhne ich mich schon dran. Aber ich fang mal ganz am Anfang an.


Ich lese schon immer. Nein, stimmt nicht. Ich verschlinge Bücher, seit ich lesen kann. Ohne groß darüber nachzudenken. Ich tauche in Bücher ein, vergesse alles um mich rum, ganz nach dem Motto "Buch auf, Welt aus". Lesen ist für mich wie schlafen und träumen. Ich kann es aktiv fast nicht stoppen, wenn mich jemand unterbricht, ist das so, wie wenn ich zu früh aus dem Bett gerissen werde. Wenn ich dann etwas machen muss, kreisen meine Gedanken nur um dieses Buch, so wie wenn ich den ganzen Tag müde wäre, weil ich zu wenig geschlafen hab.

Ganz selten kommt es auch vor, dass mir ein Buch nicht so taugt. Dann lege ich es weg und denke mir, dann les ich ein anderes Mal weiter. Und vergesse das Buch. So, als hätte ich noch nie von ihm gehört.

Dieses Leseverhalten hatte ich schon immer und ich hab es immer noch. Nur Sachbücher lese ich stückweise. Oder wenn ich im Bett liege und lese und mir die Augen fast zufallen, hör ich vor dem Ende des Buchs auf zu lesen. Und manchmal, ganz selten, bekommt auch meine Disziplin die Überhand und ich stelle mich – bevor ich ein bestimmtes Buch anfange – mental darauf ein, dieses Buch stückweise zu lesen, damit ich an dem Tag auch noch Hausaufgaben mache, im Gegenzug aber eine Woche für dieses Buch brauche.

Das erste Mal, dass sich meine Lesesucht verändert hat, war während meiner Zeit in Frankreich. Auf Französisch zu lesen, ist einfach nicht das Gleiche wie auf Deutsch. Etwas ausführlicher hab ich auf meinem Auslandsblog↗ darüber geschrieben. Doch das empfand ich gar nicht als so schlimm. Mit deutschen Büchern hat das Buchsuchten ja noch wunderbar funktioniert.

Durch den Schüleraustausch bin ich auch überhaupt erst zum Bloggen gekommen. Gleichzeitig hab ich die Buchblogger-Community entdeckt und irgendwann wollte ich auch mal bei einer Challenge mitmachen. Außerdem wollte ich unbedingt weiterbloggen, als meine Zeit in Frankreich zu Ende war und dann war diese Challenge↗ der Auslöser dafür, dass ich diesen Blog hier erstellt hab.

Am Anfang hab ich mich aber noch nicht getraut, ihn online zu stellen, weil ich wusste: ab diesem Zeitpunkt muss ich regelmäßig Bücher rezensieren oder andere Posts schreiben. Deshalb hab ich zuerst ein paar Rezis vorgeschrieben (ich glaube, es waren fünf) und hab die dann nacheinander veröffentlicht. Das Rezensieren war das, wovor ich anfangs am meisten Angst hatte und was mir nie wirklich Spaß gemacht hat. Das hängt mit meinem Leseverhalten zusammen. Ich mach mir kaum Gedanken über die Bücher, ob sie gut sind oder schlecht. Sie sind für mich einfach Mittel, um meinen Lesehunger zu befriedigen. Und manchmal schafft das ein Buch nicht, aber das leg ich dann wieder weg, ohne mir weiter Gedanken darüber zu machen.

Anfangs hab ich jedes Buch rezensiert, das ich gelesen hab. Warum auch nicht? Doch irgendwann hab ich gemerkt, dass ich die Rezensionen ewig vor mir herschiebe und ich keine neuen Bücher mehr lese, vor lauter Angst zu vergessen, worum es in den anderen Büchern ging. Dann hab ich neu angesetzt und die Bücher sofort nach dem Lesen rezensiert, aber dann hab ich auch irgendwann gar nicht mehr gelesen, weil wenn ich nicht lese, muss ich nichts rezensieren. Logisch. Und in meinen Rezensionen stand irgendwie doch immer das Gleiche.

Bei meinem Adventskalender hab ich dann Neues ausprobiert und mich außerdem gezwungen, jeden Tag zu bloggen, weil ich nicht genug vorausgeplant hatte. Da hat mir das Bloggen echt Spaß gemacht, aber es war auch richtig stressig. Deshalb hab ich mir danach auch immer ein paar freie Tage gegönnt und die wurden leider immer mehr. Das mit den Rezensionen hab ich dann auch gelassen und ich hatte kein Blogthema mehr. Ich hab dann ständig überlegt, worüber kann ich denn schreiben und mir sind auch ein paar Ideen gekommen. Mein Problem war nur, ich war nicht motiviert genug und hab mir dann auch nicht die Zeit genommen, die ich auch gut anderweitig nutzen konnte.

Warum schließe ich Libramor ausgerechnet jetzt? Ich sitze gerade an meiner Seminararbeit (Leitfach Religion, Thema "Wertevermittlung in Märchenverfilmungen im Vergleich zu christlichen Wertevorstellungen") und hab meine Prioritäten anders sortiert. Ich bin fast jedes Wochenende unterwegs, was mir mehr Spaß macht und wichtiger ist als bloggen.

Irgendwann packt mich die Lust am Bloggen bestimmt wieder, aber ich werde nicht mehr über Bücher bloggen, weil mir das von Anfang an keinen Spaß gemacht hat. Deshalb werde ich nicht hier weitermachen. Ich will dann neu starten. Ich werde immer mal wieder bei euch vorbeischauen und hier und da einen Kommentar hinterlassen und wenn ich mal was Längeres zu sagen habe, wird mir meine Schwester Mila↗ bestimmt Asyl gewähren :)

Ich hab über meinen Blog wunderbare Leute kennengelernt und ich glaub, die wissen, dass ich sie meine :) Ich hab euch zwar noch nie persönlich kennengelernt, aber ich glaub, irgendwann wird das noch, vielleicht sogar schon bald (aber leider nicht auf der FBM...). Und wie gesagt geschrieben, ich schau weiterhin gelegentlich auf euren Blogs vorbei und hinterlasse Grüße :)


Bis zu meinem nächsten Blog oder so ähnlich
eure Lioba

Kommentare:

  1. Wow, das ist stark. Und interessant. Ich dachte am Anfang immer, Bücher rezensieren wär so gar nichts für mich, aber siehe da, es macht mir total Spaß und das einzige was mir fehlt ist die Zeit für den Blog. Und ich mache ja manchmal auch nur noch Tags. In letzter Zeit habe ich auch nur noch wenig gebloggt, das merkt man ja. Trotzdem, ich würde meinen Blog deswegen nie schließen. Dann bleibt es vielleicht eine Weile still, dann blogge ich vielleicht erst, wenn ich das mit den Hausaufgaben gebacken kriege und wenn ich wirklich Zeit habe, aber ich höre nicht auf. Ich bin wirklich voll ins bloggen reingerutscht, und such wenn mein Blog nie so flutscht, macht es mir nichts mehr, das ist normal geworden. Ich versuche gleichzeitig ein Buch zu schreiben und lese immer mehr Bücher als ich rezensieren kann. Ich bin kein Elefant, aber es ist für mich nicht schwer, ein Buch erst nach Monaten zu rezensieren. Dann stapeln sich eben zehn unrezensierte Bücher und weitere zwanzig ungelesene, aber so ähnlich ist es mit meinen nie geschriebenen Geschichten und nie gezeichneten Bildern, und so weiter. Das war bei mir schon immer so, als ich in der ersten Klasse war und wird wohl immer so sein. Wahrscheinlich lasse ich noch nach meinem Tod zig unerledigte Dinge zurück. Aber so ist das Leben, also existiert mein Blog... Mit vielen unerfüllten Versprechen, ungeschriebenen Posts und als Erinnerung an die zehnte Klasse, die ich irgendwie bestanden habe, ohne viel für die Schule zu tun. Hat man vielleicht auch gemerkt.

    Und ja, mäh, persönlich kennenlernen müssen wir uns unbedingt, bloß was die JMT15 angeht weiß ich nicht weiter. Meine Mama will mich nicht allein gehen lassen (ich bin ja sooo unselbstständig. Wobei ich zugegeben chaotisch organisiert bin) und meine Freundinnen wollen entweder nicht oder sind zu jung. Du zählst nicht als Begleitung...

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    1. "Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, dann steig ab." Die Luft war einfach raus und ich brauch meine Energie jetzt für andere Sachen und nicht für etwas, was mir keinen Spaß macht.
      Was allerdings ganz interessant ist, mir fallen immer noch jede Menge Themen ein, die ich verbloggen könnte. Es fehlt mir aber immer noch an der Zeit und weil ich meinen Blog geschlossen habe, mach ich mir deswegen keinen Stress mehr. Vorher fand ich es immer echt blöd, wenn ich ein Thema hatte und bis ich zum bloggen gekommen bin, war es schon nicht mehr aktuell. Wenn ich längere Zeit nichts gepostet hatte, hat mich das nicht so gestresst.

      Hmm, wobei das einzige, was du tatsächlich selber organisieren müsstest, nur die An- bzw. Abreise wäre. Alles andere läuft schon irgendwie ;)
      Aber wenn es nicht klappt, finden wir auch mal eine andere Gelegenheit, da bin ich überzeugt :)

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    2. Hmm, woher hast du den Spruch denn? :D

      Das mit den nie verbloggten Themen kenne ich gut. Deswegen habe ich mich auch irgendwann mehr oder weniger auf Bücher und Stöckchen beschränkt, einfach weil ich sowieso nicht mehr schaffe, es sei denn es sind mal Ferien. Mir fallen Artikel zur Flücjtlingskrise, zum Schreiben und zu Filmen ein und ich hinke aber schon mit den Büchern hinterher. Und da mir es eben auch noch wichtig ist irgendwie an meinen Romanprojekten rumzuköcheln, bleibe ich eben bei meinen Leisten, auch wenn ich ständig vor Ideen platze. Wenn ich versuche alle auszuführen, schreibe ich nichts mehr, wenn ich wenig mache: Wenigstens etwas... Dann hat man halt bestimmte Formate die machbar sind, der Wander-Tag und Rezensionen, die mich beschränken, aber meine Kreativität irgendwie in Bahnen lenken.

      Gestresst bin ich erst, wenn ich sehe, wie viel andere in letzter Zeit gepostet haben und ich unbedingt alles nachlesen will...

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  2. Ich folge dir noch nicht lange, dennoch finde ich es traurig, dass das jetzt das Ende sein soll. Das heißt, ich kann es verstehen. Rezensionen-Schreiben kann zu einer Belastung werden und während es mir dennoch irgendwie Spaß macht, scheint es eben nichts zu sein. Was vollkommen normal ist. Deine Vorlieben liegen woanders. Und ich tue mich auch damit schwer, fern von Büchern einfach irgendwas zu posten. Vielleicht ist es dann besser für alle Beteiligten, einen Schlussstrich zu ziehen, denn Bloggen ohne Spaß wirkt sich auch auf die Posts aus und davon hat am Ende niemand was. Dennoch ist es schade.

    Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute und viel Spaß mit allen Büchern, die du nun endgültig ohne das (falsche) Gefühl einer Verpflichtung lesen kannst! ♥

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  3. Sehr, sehr schade, aber ich kann dich vollkommen verstehen!
    Ich habe mich immer über einen Post von dir gefreut und dein Blog gehörte zu meinen Lieblingsblogs, deshalb fand ich es in der letzten Zeit schon schade, dass immer weniger Posts von dir kamen :( Aber natürlich, wenn dir das Bloggen (über Bücher vor allem) nicht so viel Spaß macht, dann ist das eben so, auch wenn ich das sehr schade finde...
    Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, weiterhin noch immer mal wieder was von dir zu hören (und vielleicht beginnst du ja doch noch einen neuen Blog mit einem anderen Thema)! :)

    Liebe Grüße
    Chrisi ♥

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    1. Ich finde es selbst auch schade, aber momentan passt es einfach nicht mehr. Und ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass ich wieder einen Blog erstellen werde, aber nicht vor dem Abi, weil danach eh alles ändern wird :)
      Liebe Grüße
      Lioba <3

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  4. Hey!

    Bei mir ist es sehr ähnlich, ich mag Bücher und hab am Anfang nur Buchblopgs gelesen aber das Rezensieren fiel mir schwer und ich hatte keine Lust, ich werde vlt einen neuen Blog "aufmachen" ganz von neu starten, aber genau wie du ganz sicher nicht von Büchern schreiben, ich habe die Leidenschaft der Fotografie und Mode für mich entdeckt und darum wird es wahrscheinlich dann in meinem Blog gehen. Aber bis dahin werde ich erst mal planen und zeitfinden.

    LG Julia
    von JuliaTschulia'sWorld

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    1. Dann wünsche ich dir einen guten Neuanfang! :)

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  5. Hallo liebe Lioba,

    da bin ich selbst mal ein paar Monate nicht da und schon ist einer meiner Lieblingsblogs weg. Aber ich würde es, wenn es so wäre wie bei dir, genauso machen. Ich selber habe seit Juni nichts mehr geschrieben, weil ich keine Lust auf die Rezensionen hatte, aber jetzt habe ich wieder angefangen. Diese Phasen habe ich manchmal. Dann möchte ich einfach mal Bücher lesen, ohne sie danach rezensieren zu müssen. Aber jetzt habe ich wieder angefangen, denn eigentlich schreibe ich sehr gerne.
    Trotzdem, ich verstehe dich! Mach dir bloß keinen Stress. Kümmer dich, wenn es dir beim Bloggen nicht gefällt, lieber um andere Dinge. Schlussendlich sind diese im Leben auch viel wichtiger!

    Alles Liebe!
    Marie

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